Aldi-Witwe rechnet mit Enkeln ab: Testament offenbart heftigen Streit in der Familie

Die Aldi Witwe Cäcilie „Cilly“ Albrecht rechnet mit ihren Enkeln ab.
Die Aldi Witwe Cäcilie „Cilly“ Albrecht rechnet mit ihren Enkeln ab.
Foto: dpa
  • Im November verstarb die Witwe von Aldi-Gründer Theo Albrecht
  • Im Testament verfügt sie über die Zukunft des Discounters
  • Sie rechnet mit ihren Enkeln ab

Im November 2018 ist die Witwe des Aldi-Gründers Theo Albrecht im Alter von 92 Jahren verstorben. Genau wie ihr Mann führte Cäcilie „Cilly“ Albrecht ein zurückgezogenes Leben und hielt sich aus der Öffentlichkeit fern.

Dennoch spielte sie bis zu ihrem Tod eine wichtige Rolle bei Aldi. Beispielsweise saß sie im Vorstand der Markus-Stiftung, die 61 Prozent der Anteile des Konzerns besitzt.

Testament von Cäcilie Albrecht: Hier verfügt sie wer mitbestimmen darf und wer nicht

Wie die Bild am Sonntag berichtet, wird in ihrem Testament deutlich, wie viel Macht sie bis zum letzten Moment besaß. Im Februar wurde das Testament beim Amtsgericht Essen eröffnet.

Darin legte die Witwe fest, wer in Zukunft bei Aldi Nord mitbestimmen darf – und wer nicht. Ihr Sohn Theo Albrecht Junior steigt nach dem Tod seiner Mutter zum Vorsitzenden der Markus-Stiftung auf.

Auch die fernere Zukunft legte sie fest

Auch die weitere Nachfolge legte Cäcilie in ihrem Testament fest. Die Tochter des 69-Jährigen soll später den Platz ihres Vaters einnehmen.

Wie sehr ihr der Konzern am Herzen lag und wie wichtig ihr eine verantwortungsvolle, uneigennützige Führung des Unternehmens war, wird besonders bei den Worten deutlich, die sie darüber verliert, wer kein Mitspracherecht in der Markus-Stiftung bekommen soll.

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Ihre Enkel werden ausgeschlossen

Das betrifft alle fünf Kinder ihres zweiten Sohnes Berthold († 2012). Laut Informationen der Bild am Sonntag steht dazu im Testament:

  • „Berthold selbst hatte zu seinen Lebzeiten bereits erheblich Zweifel an der Eignung seiner Kinder, das Lebenswerk meines Mannes, der mit meiner Unterstützung die Unternehmensgruppe Aldi Nord aufgebaut hat, zu achten und diesem respektvoll und in der Verantwortung für Tausende von Mitarbeitern zu dienen.“

Nach ihrem Sohn hat verlor auch sie das Vertrauen in ihre Enkel. Diese sollen nach dem Tod von Berthold gemeinsam mit ihrer Mutter Babette den letzten Willen ihres Vaters missachtet haben.

  • „Anstatt den Willen meines Sohnes Berthold, der in seinem Testament und in der Satzung der Jakobus-Stiftung zum Ausdruck kommt, respektvoll umzusetzen, haben seine Ehefrau und seine Kinder mithilfe ihres Anwaltes nicht nur die von Berthold angeordnete Testamentsvollstreckung aus dem Weg geräumt, sondern auch die Wahrnehmung der Interessen des Unternehmens im Vorstand der Stiftung unmöglich gemacht.“

Aldi-Gründer: Zurückhaltend und bescheiden

Auch in weiteren Auszügen wird deutlich, mit welchen Sorgen Cäcilie zu kämpfen hatte. „Die ungeheuerlichen Vorgänge in der Jakobus-Stiftung, die die Befürchtungen von Berthold noch weit übersteigen, haben mich viele schlaflose Nächte gekostet.“

Für sie stand eine zurückhaltende und bescheidene Lebensführung im Vordergrund. Das zeigt sich auch daran, dass beispielsweise sie und ihr Mann große Auftritte in der Öffentlichkeit stets vermieden.

Von der Trauerfeier ausgeschlossen

Bei der Bild am Sonntag ist zu lesen, dass Babette Albrecht und die fünf Kinder sich mehr als 100 Millionen Euro aus der Jakobus-Stiftung ausschütten haben lassen.

Wie tief der Spuren des Erbstreits mit Babette und ihren fünf Kindern liegen, wurde schon im Zuge von Cäcilies Beerdigung deutlich.

Sie wurde Ende November 2018 beerdigt. Vorher hatte sie jedoch angeordnet, dass Babette und die fünf Enkel von der Trauerfeier ausgeschlossen wurden. (db)

 
 

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