Aldi: Discounter ändert seine Preispolitik und erntet üblen Spott

Aldi will umweltfreundlicher produzieren und holt sich dafür junge Gründer mit innovativen Ideen ins Boot.
Aldi will umweltfreundlicher produzieren und holt sich dafür junge Gründer mit innovativen Ideen ins Boot.
Foto: imago images / Schöning / epd

Mehr als drei Milliarden dünne Plastiktüten für Obst und Gemüse gingen allein im vergangenen Jahr in Deutschland bei Discountern und Supermärkten über die Ladentheke! Das sind 37 Beutel pro Person. Doch das Umweltbewusstsein der Menschen boomt. Auf diesen Zug springt auch Aldi auf und hat eine neue Strategie, um Plastik einzusparen.

Greta Thunberg und ihre „Fridays for future“-Bewegung sind erfolgreich, die Grünen schwimmen auf einer so noch nie dagewesenen Erfolgswelle und immer mehr Unverpackt-Läden sprießen aus dem Boden. Da wollen (und müssen) herkömmliche Supermärkte mithalten. So bezahlst du für einen kleinen sogenannten Knotenbeutel ab Dienstag einen symbolischen Cent bei Aldi Süd und Nord.

Aldi: Discounter setzt auf Start-Ups, um Plastik-Verpackungen zu reduzieren

Denn: Die Gratis-Plastiktüten an der Kasse seien schon länger nicht mehr kostenlos - und der Verbrauch ging daraufhin stark zurück. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung. Doch manche Menschen griffen deshalb für ihren Wocheneinkauf einfach auf mehrere Gratis-Knotenbeutel zurück. Das soll sich ändern.

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Diese Plastiktüten kosten also jetzt einen Cent. Im Sommer schon sollen sie noch aus Bioplastik hergestellt werden, bis 2020 will der Discounter auf Papier umsteigen. Doch eine andere Neuerung ist noch wichtiger.

Um seine Umwelt-Ziele zu erreichen, hat Aldi sieben verschiedene Start-Ups ins Boot geholt, die in Mülheim in der vergangenen Woche mögliche Lösungen im Bereich Verpackungen und Plastikreduktion präsentierten. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Mülheim in einer Pressemitteilung mit.>>>mehr dazu hier.

Zwei bis drei Start-Ups werden nun gemeinsam mit dem Gründerzentrum TechFounders ausgewählt, die in den nächsten Wochen ein Konzept zum Thema Nachhaltigkeit erarbeiten sollen, um den Konzern mit Ideen zu unterstützten. So möchte Aldi laut Süddeutsche auch erreichen, in den Eigenmarken-Produkten 30 Prozent weniger Plastik bis 2025 einzusetzen. Bis 2022 sollen sie recyclingfähig sein.

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Bis dato hat Aldi schon auf die Verpackung der Gurke verzichtet. Auch seien Plastikgeschirr und -strohhalme aus dem Sortiment geflogen.

Doch die 1-Cent-Gratistüten bei Aldi kommen nicht bei allen Kunden gleich gut an. Auf der Aldi Süd-Facebookseite erntet der Discounter Spott. Dort lachen die Nutzer über die Konsequenz des Unternehmens und finden andere „symbolische Akte für den Umweltschutz“:

Ein anderer Nutzer schreibt auch sarkastisch: „Wow... der Cent wird die preisbewussten Kunden natürlich enorm abschrecken.“

Auch bei Twitter echauffieren sich die Nutzer über den „EINEN CENT“:

  • Aldi will künftig EINEN CENT für Plastiktüten haben und damit Vorreiter sein. Das ich nicht lache. Sowas schreckt doch niemanden ab. Wie wärs mal damit die Plastiktüten komplett zu verbannen?
  • Mit einem Cent pro Plastiktüte rettet Aldi nicht das Klima, verkürzt aber die Wartezeiten an der Kasse. Oder: Aufrunden jetzt auch beim Discounter.
  • Ich glaube nicht, dass Aldi den Konsum der Plastiktüte reduzieren kann. 1 Cent schreckt niemanden ab. Besser wäre es, wenn sie in Papiertüten investieren würden.
  • Künftig kostet die Plastiktüte 1€Cent ... nur der Tod durch Plastikmüll ist noch günstiger zu bekommen ...
  • Aldi sollte die Einweg-Tütchen komplett abschaffen und nur noch die Mehrweg-Beutel für 1-2 Euro anbieten. Damit wären die Einweg-Tüten Geschichte.
  • Wenn Aldi es ernst meint mit Umweltschutz dann sollten die Einweg-Tütchen für Obst & Gemüse mindestens 22 Cent kosten (wie in Irland), denn dieser Betrag würde tatsächlich das Aus für das besonders kurzlebige Produkt bedeuten. Alles andere ist nur Effekthascherei.

Auch Greenpeache kommentiert dort: „1 Cent fürs gute Gewiseen, Aldi? Das ist ja noch dünner als die Tüten, um die es hier geht.“

Doch ein paar der Nutzer erkennen auch den guten Willen: „Ist richtig so. Geile Aktion. Wenn es sie Politik nicht schafft, dürfen die Supermärkte eben eine CO2-Steuer ein.“ (js)

 
 

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