Aldi, Edeka und Co. fallen bei dieser Untersuchung gnadenlos durch: „Schulnote ungenügend“

Aldi, Lidl, Edeka und Rewe schnitten beim Supermarkt-Check denkbar schlecht ab. (Symbolbild)
Aldi, Lidl, Edeka und Rewe schnitten beim Supermarkt-Check denkbar schlecht ab. (Symbolbild)
Foto: imago images / Schöning

Ist das die Kehrseite der immer günstigeren Super-Angebote von Aldi, Lidl und Co.?

Die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam hat die Geschäftspolitik großer Supermarktketten in Europa untersucht. Und die deutschen Märkte haben dabei unfassbar schlecht abgeschnitten.

Beim Umgang mit den Menschenrechten fielen Aldi Süd und Aldi Nord, Edeka, Lidl und Rewe, sang- und klanglos durch. Schulnote: ungenügend!

Aldi, Edeka und Co. versagen bei Untersuchung – doch sie sind nicht allein

Oxfam hat die 16 führenden Supermärkte in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA bewertet. Dazu verglich die Organisation, wie transparent die Märkte handeln, ob sie Arbeitsrechte auf Plantagen schützen, was sie für Kleinbauern tun und wie sie Frauenrechte umsetzen.

Wirklich begeistert ist Oxfam von keinem der untersuchten Supermärkte. Besonders die deutschen Ketten haben im Gesamtergebnis versagt:

  • Aldi Nord: 5 Prozent
  • Aldi Süd: 19 Prozent
  • Edeka: 1 Prozent
  • Lidl: 9 Prozent
  • Rewe: 13 Prozent

Die Supermärkte aus den anderen Ländern liegen zwischen drei und 38 Prozent. Das Ergebnis ist zwar denkbar schlecht, im letzten Jahr ist es allerdings noch übler gewesen. „Wir sehen konkrete Verbesserungen, aber umgerechnet in Schulnoten würde Aldi Süd mit mangelhaft abschneiden, alle anderen würden mit ungenügend durchfallen“, sagt Franziska Humbert von Oxfam.

Aldi legt im Ranking zu

Während Aldi Süd im letzten Jahr nur einen mickriges Prozent erreichte, steigerte sich der Discounter 2019 immerhin um 18 Prozentpunkte. Die kamen vor allem aus dem Bereich Transparenz, denn Aldi veröffentliche unter anderem eine Risikoanalyse zu Menschenrechtsverletzungen seiner Produkte und stellte einen Menschenrechtsbeauftragten auf der Führungsebene ein.

Die anderen deutschen Märkte machten eher „Trippelschritte“, heißt es bei Oxfam. Teilweise würden mehr Fair-Trade-Produkte angeboten und Kleinbauern unterstützt.

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Oxfam fordert mehr Transparenz

Kritisiert wird, dass die deutschen Märkte weder ihre Lieferanten offenlegen würden, noch Informationen zu Arbeitsbedingungen herausgäben. Die niederländischen Ketten Jumbo und Albert Heijn hätten sich vorbildlich dazu verpflichtet.

Am besten schnitt die britische Kette „Tesco“ ab – und bekam trotzdem gerade einmal 38 von 100 möglichen Prozent. Tesco hätte begonnen, „mit Gewerkschaften zusammenzuarbeiten, hat Maßnahmen zur Einführung existenzsichernder Löhne ergriffen und sich zur Vermeidung unlauterer Handelspraktiken verpflichtet“, heißt es in dem Bericht zum Supermarktcheck. Das brachte den Briten viele Punkte ein. (vh)

 
 

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