AfD-Frau will Sex in Berliner Kult-Club Berghain verbieten - mit diesen absurden Argumenten

Das Berghain ist einer Politikerin ein Dorn im Auge.
Das Berghain ist einer Politikerin ein Dorn im Auge.
Foto: Paul Zinken / dpa
  • Eine Politikerin will den berühmten Berliner Club Berghain regulieren
  • Sie hat deshalb einen Antrag gestellt
  • Diese merkwürdigen Argumente führt sie an

Berlin.  Ist da jemand etwa nicht reingekommen? Eine Politikerin forderte im Namen der AfD, den berühmten Berliner Club Berghain, bekannt für seine rigorose Türpolitik, zu schließen.

Inzwischen wurde der Antrag zurückgezogen. Das sagte der Sprecher des AfD-Landesverbands, Ronald Gläser, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. „Die AfD ist keine Verbotspartei.“

Die parteilose Abgeordnete Sibylle Schmidt sitzt für die AfD als stellvertretende Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und hatte den Antrag initiiert.

Der Linken-Politiker Maximilian Schirmer hatte ihn auf Twitter gestellt, wo er derzeit die Runde macht und bereits von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde. Im Berghain würden „Drogen aller Art“ konsumiert und „können leicht erworben werden“.

Berghain freizügiger als andere Clubs

Als Grund dafür führt sie die durchgängigen Öffnungszeiten des Clubs an, dessen Partys am Wochenende unter anderem von Samstagnacht bis Montagfrüh gehen. „Durchgängige Öffnungszeiten fordern den Gebrauch wach haltender Substanzen geradezu heraus.“

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Deshalb will sie bewirken, dass der Laden nur noch zwischen 22 Uhr und 6 Uhr öffnen darf, um den „natürlichen Biorhythmus“ von Besuchern nicht zu stören, wie es in dem Antrag heißt.

Clubkultur als Tourismusmotor

Dass mit einer Verkürzung der Öffnungszeiten oder gar einer Schließung des Clubs der Drogenkonsum eingedämmt werden kann, ist allerdings eine ziemlich naive Vorstellung. Schließlich ist Berlin für seine vielfältige Clubkultur in aller Welt bekannt – und somit auch Motor für den Tourismus in der Hauptstadt.

Doch noch etwas stört Schmidt am „Hain“, wie der Club bei Szenekennern gerne genannt wird: der Sex. Es ist bekannt, dass es im Berghain, früher ein reiner Schwulenclub, heiß hergeht. Der Club hat nicht nur einen Darkroom, sondern auch einen abgetrennten Bereich, in dem Männer mit anderen Männern Sex haben können.

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Das sei verwerflich, findet Schmidt. Dagegen müsse mit „entsprechender Beleuchtung und Personal“ vorgegangen werden. „Schon 2010 wurde von mehreren AIDS-Infizierungen gesprochen“, schreibt sie. Dass man sich nicht mit Aids, sondern mit HIV im Falle einer Übertragung ansteckt, scheint sie dagegen nicht zu wissen.

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Gekränkte Politikerin?

Liest man sich den Antrag weiter durch, entsteht beinahe wirklich der Eindruck, dass die Politikerin, die in den 80er-Jahren selbst einen Club in der rebellischen Mariannenstraße in Kreuzberg leitete, mal am Berghain abgewiesen wurde. Die Türsteher seien für sie jedenfalls „unintelligente und unansehnliche Wichtigtuer“.

Auch die Berliner AfD-Fraktion hat sich bereits zu dem Antrag geäußert: „Schmidt ist kein AfD-Mitglied und kann nicht für die Partei sprechen. Das ist KEIN Antrag der AfD Berlin, sondern eine persönliche Nummer!“, schreibt Frank Hansel, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, auf Twitter. (bekö)

 
 

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