Veröffentlicht inPanorama

Schauspielerin drohen fünf Jahre Haft – weil sie mit diesem Kleid auf dem roten Teppich auftauchte

Rania_Jussef_Schauspielerin.jpg
Ihr Dress sorgte für Aufsehen beim Internationalen Filmfestival in Kairo für Aufregung: Schauspielerin Rania Jussef (Archivbild). Foto: dpa

Kairo. 

Weil sie mit einem sexy Kleid über den roten Teppich in Ägypten gelaufen ist, droht Rania Jussef nach übereinstimmenden Medienberichten eine lange Haftstrafe.

Die Schauspielerin präsentierte sich am Donnerstag beim Internationalen Filmfestival in Kairo mit einem eng anliegenden schwarzen Spitzenkleid. Der Aufreger: Durch das halbdurchsichtige Stück Stoff der Designerin Elizabita Franky waren ihre Beine zu sehen.

Anwälte zeigen Schauspielerin Rania Jussef wegen Kleid an

Zwei Anwälte sollen Rania Jussef deshalb wegen „Anstiftung zu Ausschweifungen“ angezeigt haben. Das Tragen des Kleides sei nach Auffassung von Anwalt Samir Sambri ein Verstoß gegen gesellschaftliche Werte und Traditionen.

Damit habe sie „dem Ruf des Filmfestivals und der ägyptischen Frauen“ geschadet, zitiert der „Stern“ den Anwalt, der in der Vergangenheit bereits mehrere Prominente vor Gericht gebracht habe.

————————————

News des Tages:

Skandal beim Ballon d’Or: Mit diesem Spruch sorgt Star-Dj Martin Solveig für Wirbel

„Bauer sucht Frau“ auf RTL: Fans fragen sich das schon lange – endlich erklärt RTL dieses Mysterium

————————————-

Schauspielerin entschuldigt sich bei Twitter

Auch aus Reihen der Schauspielergewerkschaft hagelte es indirekte Kritik am sexy Kleid der Schauspielerin. So habe „mancher Festivalbesucher“ mit seinem Auftreten dem Festival und der Gewerkschaft geschadet, „die für das Verhalten ihrer Mitglieder verantwortlich ist.“

Hintergrund: Rania Jussef ist selbst Mitglied der Gewerkschaft. Bei „Twitter“ entschuldigte sie sich dafür, dass ihr Dress für so viel Ärger gesorgt hat. „Mir war nicht klar, dass es so viel Ärger hervorrufen würde“, so Jussef.

Massive Kritik von Feministinnen

Der Vorfall ruft weltweit Feministinnen auf den Plan. So regt sich etwa Mona Eltahawy darüber auf, dass eine Frau wegen eines angeblich unmoralischen Kleids vor Gericht gezerrt wird, während viel schwerwiegendere Delikte in Ägypten unbestraft bleiben: „Mir fallen eine Millionen Dinge ein, die in Ägypten unmoralisch sind“, schreibt die Journalistin bei Twitter.

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Twitter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Wie der Vorfall ausgeht, entscheidet sich im Januar. Da muss sich Rania Jussef vor Gericht verantworten. Ihr drohen nach Justizangaben bis zu fünf Jahre Haft.