23 Polizisten haben sich mehr als 17 Stunden lang mit einem Furz beschäftigt

In der Nähe von Polizisten sollte man seinen Darmwinden lieber nicht freien Lauf lassen (Symbolfoto).
In der Nähe von Polizisten sollte man seinen Darmwinden lieber nicht freien Lauf lassen (Symbolfoto).
Foto: Franziska Kraufmann / dpa
  • Ein Mann hat in der Nähe von der Polizei zwei Mal gepupst
  • Dafür wurde er angezeigt und sogar vor Gericht gestellt
  • Jetzt kommt heraus, wie viel Arbeitszeit für den Fall draufgegangen ist

Berlin.  Nachdem ein Mann einen Polizisten absichtlich angepupst haben soll, wurde er angezeigt. Für die Bearbeitung des Falls haben sich mindestens 23 Berliner Polizisten mehr als 17 Stunden lang damit beschäftigt.

Das geht aus der Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) hervor.

Verfahren wurde sofort eingestellt

Der Beschuldigte soll bei der Überprüfung seiner Personalien im Februar 2016 vor einer Polizistin zweimal flatuliert haben. Das wertete der Gruppenleiter der Polizei als Beleidigung und zeigte den Mann an. Knapp ein Jahr später bekam der Mann einen Strafbescheid über 900 Euro, legte Widerspruch ein und musste schließlich vor Gericht. Die Richterin stellte das Verfahren nach wenigen Minuten ein.

Der Senat rechtfertigt die Verfolgung des Falls damit, dass die Geschädigte im Fall einer Einstellung privat keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, gegen die vermeintliche Beleidigung vorzugehen.

Allein schon die „konsequente Verfolgung des Vergehens und der Eindruck der Hauptverhandlung“ hätten dem Angeklagten „das Unrecht seiner Handlung“ aufgezeigt, schreibt der Senat in seiner Antwort.

Zuvor hatten unter anderem „taz“, „Tagesspiegel“ und „Berliner Kurier“ über den Fall berichtet. (bekö/dpa)

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