106 Missbrauchsopfer im Bistum Münster

Die Missbrauchskommission des Bistums Münster veröffentlicht erschreckende Zahlen.
Die Missbrauchskommission des Bistums Münster veröffentlicht erschreckende Zahlen.
Foto: AP

Münster.. 106 Missbrauchsopfer, davon 84 Jungen und 22 Mädchen. 56 beschuldigte Kleriker, davon 27 bereits tot. Die Opfer meist zwischen 14 und 17 Jahren alt. Erschreckende Zahlen, die die Missbrauchskommission des Bistums Münster veröffentlicht hat.

Der Kommission für „Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche“ im Bistum Münster sind für den Zeitraum seit 1948 bislang 66 Verdachtsfälle gemeldet worden. Wie das Bistum am Montag mitteilte, wurden 106 Missbrauchsopfer registriert - 84 sind männlich und 22 weiblich. Die meisten Opfer waren zwischen 14 und 17 Jahren alt.

Seit der Gründung der Kommission im Jahre 2002 wurden zehn neue Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch bekannt. Vier bestätigten sich, vier weitere nicht. In einem weiteren Fall war das Opfer volljährig, in einem anderen Fall laufen die Ermittlungen noch. Von den 56 beschuldigten Klerikern der Verdachtsfälle zwischen 1948 bis 2001 sind 27 bereits gestorben. 29 Fälle wurden untersucht, davon konnten 23 Untersuchungen abgeschlossen werden, sechs Verfahren laufen noch. Diese Zahlen gab der Vorsitzende der Kommission, Hans Döink, anlässlich einer Seelsorger-Tagung des Bistums bekannt. An ihr nahmen über 500 Priester, Diakone und Pastoralreferenten teil.

Von 4000 Priestern vergingen sich 60 an Kindern

Bischof Felix Genn sprach von „erschütternden Tatsachen, die mich tief berührt haben“. Er bat noch einmal „alle Opfer der entsetzlichen sexuellen Übergriffe um Vergebung“. Der Kommissionsvorsitzende Döink betonte, dass bei allen Verdachtsfällen die Staatsanwaltschaft informiert werde - es sei denn, die Opfer wünschten ausdrücklich keine Meldung.

Zu Übergriffen kam es den Angaben zufolge zumeist im Umfeld der Messdienerarbeit und bei Ferienfreizeiten, aber auch im Pfarrhaus. Im Zeitraum von 1948 bis 2009 waren rund 4000 Priester im Bistum eingesetzt, 60 von ihnen (1,5 Prozent) begingen sexuelle Übergriffe. (ddp)

 
 

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