Bottroper Schülerinnen treffen Bettina Wulff

Foto des Jahres

22.12.2011 | 15:52 Uhr
Foto des Jahres
Nadja Jablonski (links) und Milica Mitrovic (rechts) zeigen Schirmherrin Bettina Wulff (Mitte) ein Foto, das sie besonders berührt. Das Bild „Gezeichnet durch chronische Unterernährung“ von JM Lopez belegte den zweiten Platz.                 Foto: Ivonne Peters

Berlin.   Nadja Jablonski und Milica Mitrovic gewannen den ZeusAward 2010/2011 in der Kategorie „Bestes Foto“. Jetzt durften sie dabei sein, als der Gewinner des Wettbewerbs „Unicef-Foto des Jahres“ bekannt gegeben wurde. Mit Preisträger Kai Löffelbein und Schirmherrin Bettina Wulff sprachen sie über die prämierten Fotos.

„In Wirklichkeit ist alles noch viel schlimmer“, lauten die einleitenden Worte von Prof. Klaus Honnef bei der Pressekonfernz für das „Unicef-Foto des Jahres“. Damit zitiert der Vorsitzende der Jury den Fotografen Jan Grarup und spricht aus, was den Betrachtern der prämierten Bilder unweigerlich durch den Kopf geht: Die Fotos dokumentieren die Lebensumstände der fotografierten Kinder auf beeindruckende Weise, aber hinter den Bildern ist das Leben wahrscheinlich noch viel schlimmer als es die Fotos darstellen können.

Das Gewinnerfoto von Nadja Jablonski und Milica Mitrovic.

Nadja Jablonski und Milica Mitrovic durften an der Pressekonfernz teilnehmen, denn die beiden Schülerinnen des Josef-Albers-Gymnasiums in Bottrop hatten beim Zeus-Projekt gezeigt, dass sie ein gutes Auge für Bilder haben. Mit einem Foto, das Emotionen weckt, gewannen sie den ZeusAward 2011/2012 in der Kategorie „Bestes Foto“. Ihr Motiv: eine Katze im Tierheim, die mit großen leuchtend grünen Augen durch ein Gitter in die Kameralinse blickt. Unicef Deutschland hat Nadja und Milica zur Belohnung für zwei Tage nach Berlin eingeladen und ihnen die Teilnahme an der Pressekonferenz ermöglicht.

Im Haus der Bundespressekonferenz angekommen, steigt die Aufregung der beiden Schülerinnen. Die aufgebauten Fernsehkameras und dutzende von Fotografen weisen darauf hin, dass hier gleich eine wichtige Entscheidung bekannt gegeben wird. Auch Nadja und Milica halten ihre Kameras bereit. Als der Juryvorsitzende Prof. Klaus Honnef, Geo-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede, Unicef-Vorstandsmitglied Tom Koenigs, Karin Rehn-Kaufmann, künstlerische Leiterin der Leica Galerie Salzburg und Schirmherrin Bettina Wulff, den Raum betreten, wird es unruhig. Alle Pressevertreter versuchen, gute Bilder zu bekommen. Auch die beiden Schülerinnen drücken immer wieder auf die Auslöser ihrer Fotoapperate und kontrollieren auf ihren Displays, wie die Bilder geworden sind.

Der Gewinner des ersten Preises wird zum Schluss bekannt gegeben. Es ist der 30-jährige Fotografie-Student Kai Löffelbein aus Deutschland mit seiem Foto „Unser Müll in Afrika“. Sein Bild zeigt einen Jungen, der auf der Giftmüllhalde Agbogbloshie im Zentrum von Accra, der Hauptstadt Ghanas, einen Monitor gefunden hat. „Das Bild ist in dem Moment entstanden, als der Junge den Monitor hochhebt, um ihn anschließend mehrmals auf den Boden zu werfen“, so Löffelbein. „Dadurch wollte der Junge an den Aluminiumrahmen im Monitor kommen, den die Arbeiter übersehen hatten.“

Nadja und Milica diskutieren über das Gewinnerfoto. Foto: Ivonne Peters

Bei ihrem anschließenden Rundgang durch die Ausstellung sind auch Nadja und Milica von dem Bild beeindruckt. „Vor allem die Farbkontraste sind faszinierend“, sagt Nadja. „Die ganze Umgebung ist grau und trist, aber der Junge trägt ein knallbuntes Trikot. Das ist so unwirklich.“ Ganz unerwartet gesellt sich dann Kai Löffelbein zu den beiden. Den Fotografen interessiert, was die beiden Schülerinnen über seine Arbeit denken. Aber nicht nur dass, er möchte auch wissen, mit welchem Foto die beiden den ZeusAward gewonnen haben. Milica beschreibt ihm das Bild und ärgert sich in diesem Moment darüber, dass sie vergessen hat, einen Abzug des Fotos mitzubringen. „Mich hätte interessiert, was Kai Löffelbein von unserem Foto hält“, sagt sie später.

Viel Zeit, sich zu ärgern, bleibt allerdings nicht, denn schon im nächsten Augenblick beginnt die Schirmherrin des Wettbewerbs, Bettina Wulff, ein Gespräch mit Nadja und Milica. Sie will wissen, welches Foto die beiden besonders berührt hat. Gemeinsam gehen Nadja, Milica und Bettina Wulff zum Foto „Gezeichnet durch chronische Unterernährung“ von LM Lopez, das den zweiten Platz im Wettbewerb belegt hat. Das Bild zeigt ein Mädchen in Guatemala, dass sechseinhalb Jahre alt ist und nur neun Kilo wiegt. Auch Bettina Wulff ist bewegt: „Vor allem, wenn man selber Kinder hat, geht einem dieses Foto sehr nah. Mein Sohn ist zweieinhalb Jahre alt und wiegt mehr.“

Nachdenklich verlassen Nadja und Milica das Haus der Bundespressekonferenz. Die vielen Eindrücke müssen sie erst einmal sortieren. Sicher sind sie sich aber, dass sie weiter fotografieren wollen. Deshalb steht bei Nadja auch eine Spiegelreflexkamera auf dem Wunschzettel für ihren nächsten Geburtstag.

 

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