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Erdverkabelung gefordert

01.07.2012 | 21:00 Uhr
Erdverkabelung gefordert
Viele Bürger haben Bedenken gegen die Hochspannungsleitung durch Isselburg.

Anholt.   Einige Hundert bei Kundgebung gegen Hochspannungsleitung

Bei diesem Gedanken ist den Isselburgern nicht so richtig wohl Es geht um die neue 380-kV-Hochspannungsleitung, die von Doetinchem/NL über Isselburg nach Wesel gebaut werden soll. Einige hundert Besucher von beiden Seiten den Grenze folgten dem Aufruf der Bürgerinitiative Isselburg21 (IG21) und der Stichting Achterhoek voor 380 kV ondergronds zu einer Kundgebung auf der Wiese neben der Brüggenhütte in Anholt gefolgt waren – einige um sich genauer zu informieren, andere um ihren Protest gegen dieses Projekt auszudrücken.

Die Grundlage dieses Projektes ist der Plan der Netzbetreiber Tennet in den Niederlanden und Amprion in Deutschland die Hochspannungsleitungen beider Länder zu verbinden, um die internationalen Stromnetze besser zu verknüpfen. Deshalb sollen bis zu 60 Meter hohe Strommasten gebaut und die Leitungen oberirdisch quer durch das Stadtgebiet von Isselburg und durch das Achterhoek geführt werden.

Aus Sicht von IG21, Stichting Achterhoek und der Bürger sprechen viele Gründe gegen diese Freileitung: Gesundheitsrisiko für Tiere und Menschen durch ein magnetisches Feld und Feinstaub, Lärm bei feuchtem Wetter, Sicherheit (Feuer, Sturm, Eis, Flugzeuge), verendete Vögel durch Kollision mit Masten und Leitungen, visuelle Umweltverschmutzung, Wertminderung von Land und Immobilien, Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen.

Unterirdisch ist teurer

Aber es gäbe eine Lösung, wussten Detlev Alstede von IG21 und Emmanuel Iysselmuiden von Stichting Ackterhoek, die abwechselnd auf Deutsch und Niederländisch dieses Projekt präsentierten. Die Alternative sei eine Erdverkabelung. Hier seien zwei unterschiedliche Verfahren zu unterscheiden. Die Wechselstrom-Erdverkabelung – in diesem Bereich jedoch gäbe es zu wenig Erfahrung in Deutschland. Gleichzeitig seien hier hohe Erdbewegungen erforderlich und aus diesen beiden Gründen wäre diese Art der Verkabelung auf der Trasse Wesel-Doetinchem nicht sinnvoll.

Die optimale Lösung sei die Gleichstrom-Erdverkabelung. Bei dieser Art der Erdverkabelung wird der im Netz vorhandene Wechselstrom am Anfang der Trasse mit einem Konverter von Wechsel- in Gleichstrom umgerichtet. Dieser Strom wird durch das Erdkabel zum Zielpunkt geleitet und dort mittels Konverter wieder in Wechselstrom umgewandelt.

In diesem Bereich gäbe es nicht nur weltweit viele Erfahrungen. Dafür sprächen auch die Argumente: kein magnetisches Umfeld, optimale Sicherheit, unsichtbar, keine Geräusche, geringer Flächenbedarf und auch keine Wertminderung von Land und Immobilien.

Die 380 kV-Gleichstromverkabelung sei also technisch möglich. Für die Netzbetreiber entstünden zunächst recht hohe Kosten, aber es sei die einzige Möglichkeit, um Schäden von Mensch, Tier und Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren.

Und dass es durchaus möglich ist, ein Erdkabel durch die Aa zu verlegen demonstrierten zwei kleine Mädchen und drei erwachsenen Männer eindrucksvoll. Michael Kempkes forderte die Netzbetreiber lautstark auf, die Erdkabel unterirdisch zu verlegen.

Brigitte Tausche


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