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Schützenfest in Bülse

Der Vogel heißt Hermann

21.05.2012 | 08:08 Uhr
Der Vogel heißt Hermann
Foto: Heinrich Jung WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Bülse. Kurz bevor für die Bülser Schützen mit dem großen Fest die heiße Phase der Saison beginnt, gönnten sie sich noch einen geselligen Abend. Der hölzerner Vogel war dennoch bereits die Hauptperson. Denn das noch namenlose Federvieh stand auf der Theke des Vereinslokals, um kurze Zeit später getauft zu werden.

Zunächst aber lagen die Stimmzettel aus. „Es ist ja Wahlzeit“, scherzte Geschäftsführerin Susanne Bohlenz. Und auch der eine oder andere Namensvorschlag glich einem Scherz. So hätte der Vogel etwa „Veltholder“ heißen können, eine Wortmischung aus „Veltins“ und „Wacholder“. Weniger hochprozentig, aber dennoch gehaltvoll war der Vorschlag, den Vogel „Hermann“ zu taufen. Denn die seit 50 Jahren bestehende Freundschaft mit dem Schützenverein aus Bad Soden wurde ins Leben gerufen vom damaligen Vorsitzenden Hermann Kochem. Und solch guten Argumenten folgten denn auch die Schützen. Am späten Abend stand fest: Das hölzerne Tier heißt „Hermann“.

Das Schützenfest der Bülser Schützen findet am Pfingst-Wochenende im Festzelt an der Stenheimer Straße statt. Traditionell geht es mit einem ökumenischen Gottesdienst los am Samstag, 26. Mai, um 17.15 Uhr. Gegen 18 Uhr dann wird der noch amtierende König abgeholt. Zwei Stunden später steigt im Zelt die erste große Sause mit den „Zillertaler Bergcasanovas“. Die allerdings bieten nicht nur traditionelle Töne. „Die fangen volkstümlich an und bieten dann für jeden Geschmack etwas“, verspricht der Vorsitzende der Bülser Schützen, Klaus Lindner. Die Tanzparty ist die einzige Veranstaltung im Rahmen des Festes, die Eintritt kostet. Dieser liegt bei 13 Euro.

Der Sonntag, 27. Mai, steht ganz im Zeichen der Tradition. Nach dem Empfang der Gastvereine beginnt um 16.30 Uhr der große Festumzug durch den Stadtteil, ausgehend von der Steinheimer Straße. Zwei Stunden später erwartet die Gäste im Festzelt ein bunter Abend, an dem noch einmal die „Zillertaler Bergcasanovas“ und auch die „Blaskapelle Grafenwald“ aufspielen.

Wer allerdings am nächsten Morgen auf den Vogel schießen will, sollte nicht allzu tief ins Glas schauen. Denn das Trophäenschießen beginnt am Montag, 28. Mai, um 10.30 Uhr. Bis zum Mittag sollen Krone, Zepter und die Flügel gefallen sein. Dann ziehen sich die Königsaspiranten zur geheimen Sitzung zurück. Um 14.30 Uhr beginnt das Königsschießen in der Hoffnung, alsbald eine neue Majestät gefunden zu haben. Denn schon um 18.30 Uhr steht der nächste Festumzug an. Der Königsball mit Inthronisierung des neuen Königspaares beginnt um 19.30 Uhr. Musikalisch begleitet wird dieser von der „Musikambulanz“, einem DJ aus Gladbeck.

Das diesjährige Schützenfest ist wieder ein dreitägiges. Noch beim letzten Fest bot man auch am Freitag Programm. „Aber die Leute können ihr Geld eben nur einmal ausgeben“, weiß Klaus Lindner: „Man muss sich eben den Zeiten anpassen. Aber wir versuchen, mit unserem Fest die Bevölkerung anzusprechen und ein vielseitiges Programm zu bieten.“

Kira Schmidt

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