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Christopher Street Day

CSD in Düsseldorf - kunterbunt mit ernstem Hintergrund

28.05.2012 | 17:51 Uhr

Düsseldorf.   Regenbogenfarben soweit das Auge reicht: Der Düsseldorfer Christopher Street Day (CSD) hüllte den Johannes-Rau-Platz während der vergangenen vier Tage in ein buntes Farbenmeer. Was den Organisatoren wichtig war: Hinter Hawaiiketten, Sonnenbrillen und Flip Flops stecken wichtige politische Baustellen.

Höhepunkt des Düsseldorfer CSD war die große Demo-Parade am Sonntagnachmittag, an der über 1000 Menschen teilnahmen und in Laufgruppen oder auf einem der Wagen quer durch die Innenstadt zogen oder tanzten. Am Bühnenprogramm nahmen während der bunten Tage auch Politiker Volker Beck (Grüne) und Entertainerin Hella von Sinnen teil. So vielfältig wie die Farben eines Regenbogens waren auch die rund 10 000 Besucher des Straßenfestivals.

„Schwule und Lesben brauchen nicht nur Hawaiiketten, Sonnenbrillen und Flip Flops“, sagt CSD- Organisator Karl-Heinz Wahle. So freut es ihn, dass nicht nur Homosexuelle zum CSD kamen, sondern auch Familien mit Kindern sowie ältere und jüngere Heteropaare.

Unter dem CSD-Motto „We’R Europe! ’R we Europe?“ klärten verschiedene Institutionen, wie der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) und das Jugendzentrum Puls, an ihren Informationsständen über die Situation der Homosexuellen in Deutschland und Europa auf. Auch die SPD, die Piratenpartei und die Linke waren mit einem Informationsstand vor Ort.

Gleichbehandlung erreichen

Die Linke verfolgt das Ziel, Eheprivilegien von Heteros abzuschaffen und alle Lebensweisen gleichzustellen. Bisher wird die traditionelle Ehe finanziell und gesellschaftlich vom Gesetzgeber bevorzugt. Auch die Piratenpartei setzt sich dafür ein, die Homo-Ehe gleichzustellen. Darüber hinaus wirbt der Arbeitskreis der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos) unter dem Motto „Traut Euch“ für die Forderung zur Öffnung der Ehe auch für schwule und lesbische Paare.

Situation in Europa

Diese Forderungen bekräftigt ebenfalls Michaela Herbertz-Floßdorf, Herausgeberin der Broschüre „Regenbogenfamilie werden und sein“: „Viele homosexuelle Paare hegen den Wunsch, Eltern zu werden. Die großen Ziele, die wir daher verfolgen, sind die Gleichstellung der Partnerschaft mit der Ehe sowie die Gleichheit im Adoptionsrecht.“

Herbertz-Floßdorf macht gleichzeitig auf die Situation der Schwulen und Lesben in Osteuropa aufmerksam: „In Polen werden die Homosexuellen noch verfolgt. Dort herrschen vorwiegend konservative Werte, weil die Kirche einen großen Einfluss auf die Gesellschaft hat. Da greift selbst die Polizei meistens nicht ein, wenn Schwule oder Lesben mit Steinen beworfen werden.“

Dies bestätigt auch Karl-Heinz Wahle: „In Europa gibt es ein Nord/Ost- und ein Ost/West-Gefälle. Hier in Düsseldorf lebt es sich für Homos vergleichsweise komfortabel.“ Mit Spannung erwartet er die Reaktionen vom CSD aus Moskau, der zeitgleich stattfinden sollte. In Düsseldorf jedenfalls verlief das farbenfreudige Straßenfest friedlich. „Es gab keine Pöbeleien, alle haben wunderbar gemeinsam gefeiert“, so Wahle.

Parade der Schwulen, Lesben u.a.

 

Kathrin Serong

Kommentare
29.05.2012
14:47
CSD in Düsseldorf - kunterbunt mit ernstem Hintergrund
von joshi33 | #3

"Warum müssen die Schwulen sowas in aller öffentlichkeit machen??"
Äh, welches "SOWAS" soll das denn sein, dass man als ekelhaft empfinden könte?

die...
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CSD in Düsseldorf - kunterbunt mit ernstem Hintergrund
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https://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/csd-in-duesseldorf-kunterbunt-mit-ernstem-hintergrund-id6702435.html
2012-05-28 17:51
CSD, Christopher Street Day, Homosexualität, Schwule, Lesben
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