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Brandstiftung

Prozessauftakt in München - Bayern-Star Breno schweigt vor Gericht

13.06.2012 | 10:54 Uhr
Am Mittwoch hat der Prozess gegen Bayern-Profi Breno begonnen. Der 22-Jährige soll im September vergangenen Jahres seine Villa angezündet haben.Foto: Getty

München.  Wegen schwerer Brandstiftung steht der brasilianische Fußballprofi Breno seit Mittwoch vor Gericht. Der 22-Jährige, der Anfang 2008 zum FC Bayern München gewechselt war, soll im September seine Villa im Münchner Stadtteil Grünwald angezündet haben. Ein Ex-Kollege begleitete Breno zum Gericht.

Vor dem Landgericht München I hat am Mittwoch der Brandstiftungs-Prozess gegen den brasilianischen Fußballstar Breno Borges vom FC Bayern München begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-Jährigen vor, im September vergangenen Jahres im betrunkenen Zustand seine Villa in Grünwald angezündet zu haben. Das Haus wurde völlig zerstört, es entstand ein Sachschaden von einer Million Euro. Im Fall einer Verurteilung droht dem noch bis Ende Juni bei Bayern unter Vertrag stehenden Abwehrspieler wegen schwerer Brandstiftung eine Haftstrafe zwischen einem Jahr und fünfzehn Jahren.

Breno Borges schweigt zu den Tatvorwürfen. Zum Prozessauftakt machte er allerdings umfassende Angaben zu seiner Person. Dabei berichtete er von sprachlichen, sportlichen und persönlichen Problemen in Deutschland und mangelnder Integration.

Der Fußballer schilderte, dass er aufgrund sprachlicher Probleme in München relativ wenig Anschluss hatte. "Ich habe immer Kontakte gesucht zu den Spielern", sagte Breno, der vor Gericht von einer Dolmetscherin übersetzt wurde. Auch zu den Psychologen habe er Kontakt gesucht. "Aber mein Deutsch ist nicht so gut." Auch mit seinen Trainern habe er sich nur über Drittpersonen, wie andere brasilianische Spieler, verständigen können.

In Nürnberg "ein lustigeres Leben"

Zudem habe es ihm zu schaffen gemacht, dass er nur selten zum Einsatz kam. Insgesamt habe er in den vergangenen viereinhalb Jahren höchstens 30 Mal für die Bayern gespielt, sagte der Fußballprofi. "Ich war ein bisschen traurig", sagte Breno. "Ich wollte immer so wahnsinnig gerne spielen." Er sei "die meiste Zeit zu Hause" gewesen. Gut haben Breno nach eigenen Angaben die Monate im Jahr 2010 gefallen, als er nach Nürnberg ausgeliehen war.

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München, 13.06.12: Vor dem Landgericht München hat am Mittwoch der Prozess gegen den brasilianischen FC-Bayern-Profi Breno begonnen. Der Staatsanwalt wirft ihm schwere Brandstiftung vor. Im Falle einer Verurteilung drohen Breno bis zu 15 Jahre Haft.

"Es war ein anderes Leben, ein lustigeres Leben. Ich habe dort alle Spiele gespielt." Wegen einer langwierigen Knieverletzung im Jahr 2010, die über zwei Jahre hinweg insgesamt drei Operationen nach sich zog, kehrte Breno eigenen Angaben zufolge nach wenigen Monaten in Nürnberg nach München zurück.

Zum Münchner Verein habe er ein gutes Verhältnis gehabt. "Ich hatte nie Probleme mit dem FC Bayern", betonte der Brasilianer. Allerdings habe ihn der Verein wenige Monate nach seiner Ankunft in München vor die Wahl gestellt, für seine Eltern oder für seine Frau ein Visum zu beantragen.

Entscheidung zwischen Mutter und Ehefrau

"Bayern sagte zu mir: 'Du hast dich zu entscheiden zwischen deinen Eltern und deiner Ehefrau.'" Vater und Mutter seien inzwischen wieder in Brasilien. Breno räumte ein: "Das war schon schwierig für mich, weil ich ja doch sehr an meinen Eltern hänge."

Zur moralischen Unterstützung verfolgte am Mittwoch Brenos Fußball-Kollege und Landsmann Giovane Elber den Prozess. Er sagte am Rande, der FC Bayern habe viel für Breno getan. Aber bezüglich des "Integrationsproblems" müsse der Verein "besser aufpassen" und gerade junge Spieler stärker unterstützen.

Breno sagt, er "trinke nicht mehr"

Breno war zum Tatzeitpunkt betrunken. Vor Gericht wollte er zu seinem Alkoholkonsum generell nur sagen: "Ich trinke nicht mehr." Als Motiv für die Tat gilt Frust über die langwierige Knieverletzung.

Die Ehefrau des Brasilianers und die drei Kinder waren zur Tatzeit nicht im Haus. Der Fußballprofi von Bayern München konnte aber nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft nicht wissen, ob die Familie zwischenzeitlich zurückgekehrt war. Es entstand Sachschaden von mehr als einer Million Euro. Breno drohen bis zu 15 Jahren Haft. (afp/dapd)


Kommentare
13.06.2012
17:14
Prozessauftakt in München - Bayern-Star Breno schweigt vor Gericht
von Lieber_nicht | #2

Tja, da heißt es immer der Wurst-Ulli wäre das Super-Vorbild für alle Manager. Er behandele alle Spieler wie Familienmitglieder, doch offensichtlich und auch von seinen Sympathisanten nicht mehr zu leugnen: damit ist es dann doch nicht weit her !!

Breno kann auch heute noch kein Deutsch !! Bei seiner Zeugenaussage wechselt er nach zwei Sätzen ins Portugiesische !

Giovanne Elber kritisierte als Zuschauer am Ende des Prozesstages, dass Breno "mehr Hilfe bei der Integration" gebraucht hätte. Der FC Bayern habe "natürlich auch anderes im Kopf." Bayer Leverkusen aber nehme junge Spieler besser an die Hand. "Auch bei Lukas Podolski hat es in München nicht so gut geklappt."

So iel zum Vorbild Hoeness....

13.06.2012
12:13
Prozessauftakt in München - Bayern-Star Breno schweigt vor Gericht
von Master.of.Desaster | #1

Mal ehrlich, - nur weil Herr Breno das Trikot des FC Bayern München getragen hat, ist er noch lange kein "Star".

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