Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Blitzer

Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf

10.06.2012 | 17:19 Uhr
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
Eine lohnende Einnahmequelle: Der Blitzer am Straßenrand. Foto: Guido Raith

Westfalen.   Um effektiver gegen Raser vorgehen zu können, rüsten Städte und Landkreise auf. Hagen hat sich neue Starenkästen zugelegt, auch Olpe hat eine neue Kamera angeschafft. Das scheint dringend nötig, denn die Zahl der Tempoverstöße hat im vergangenen Jahr teilweise drastisch zugenommen.

Städte und Landkreise rüsten bei Tempokontrollen auf – mit mehr und leistungsfähigeren Radargeräten. 2011 wurden in der Region so viele Autofahrer geblitzt wie nie zuvor. Die Einnahmen der Kommunen – ohne die durch Polizeikontrollen – nahmen im Millionenbereich zu. Kritik daran gibt es von der Polizei. Sie bezweifelt den pädagogischen Effekt, wenn Autofahrer ohne sie anzuhalten geblitzt werden. Grundsätzlich seien Tempokontrollen zwar sinnvoll – aber sie dürften nicht zur Abzocke mutieren, sagt Frank Richter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Die Anstiege sind teilweise rasant: 107 Prozent mehr Verstöße registrierte der Märkische Kreis 2011 im Vergleich zum Jahr davor. 63 Prozent mehr waren es im Ennepe-Ruhr-Kreis, etwa ein Drittel mehr Verstöße wurden im Hochsauerlandkreis und im Kreis Unna gezählt. Entsprechend stiegen die Einnahmen durch Knöllchen. Allein der Märkische Kreis und der Kreis Unna nahmen jeweils über 500 000 Euro mehr ein, der Ennepe-Ruhr-Kreis fast 650 000 Euro mehr. „Die Verkehrsteilnehmer halten sich zunehmend nicht an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen“, heißt es im Hochsauerlandkreis. Dort verweist man auch darauf, dass ein neues System angeschafft wurde – mit viel höherer Trefferquote. Damit sind die Sauerländer nicht allein.

Neue Starenkästen in Hagen, neue Kamera in Olpe

So wurden im Märkischen Kreis zwei neue Radarsäulen aufgestellt – unscheinbar aber hocheffektiv. In Hagen beschloss die Politik die Anschaffung neuer Starenkästen, in Olpe wurde eine dritte Kamera für die Starenkästen angeschafft, im Kreis Unna ein zweites mobiles Messsystem und eine fünfte Kamera für die Starenkästen. In Hagen stehen seit April gleich fünf neue feste Blitzer – mit ununterbrochen einsatzbereiten Kameras.

Doch trotz Erhöhung der Kontrolldichte ist im vergangenen Jahr zu schnelles Fahren Hauptunfallursache geblieben. Allein deswegen starben 235 Menschen auf nordrhein-westfälischen Straßen. Das sind 37 Prozent und damit mehr als jeder Dritte, der tödlich verunglückte. Deshalb seien repressive Maßnahmen wie Tempokontrollen auch unverzichtbar, sagt GdP-Chef Frank Richter. Allerdings plädiert er dafür, dass die Kontrollen durch die Polizei durchgeführt werden – dann hätten sie einen größeren pädagogischen Effekt. Anders als Landkreise und Städte darf die Polizei Autofahrer anhalten, um ihnen sofort ihre Verstöße vor Augen zu führen.

Heinz Krischer


Kommentare
12.06.2012
23:07
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von dongiovanni | #19

Die meisten Tempolimits dienen nicht der Verkehrssicherheit, sondern der Abzocke. So werden die maroden Haushalte geschönt.

12.06.2012
09:25
Autofahrer rüsten im Kampf gegen Abzocke auf
von fuffzigpfennig | #18

Gegen Abzocke durch die Städte und Kommunen hilft übrigens nicht nur Duckmäusertum und das reflexartige, unterwürfige Befolgen auch der dümmsten Tempolimits, sondern seit einiger Zeit z.B. die App von Blitzer.de für Smartphones. ;-)

Aber ich muss hier warnen: Bitte nicht im Straßenverkehr verwenden!

11.06.2012
21:47
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von GegenRealitatsverweigerer2.0 | #17

Ich halte Regeln ein, solange sie SINN machen, deshalb halte ich Feinstaub-30-Zonen für reine Willkür wie Umweltzonen, schalte einen Gang runter und erhöhe daher nachweislich die Abgase, damit diese Zonen nichts bringen. Im 4. Gang bei 50 wäre es freilich viel umweltfreundlicher, auch weil nicht jeder vor der Blitze in die Eisen geht und damit BremsSTAUB produziert, dort wo er vermieden werden soll.

11.06.2012
20:38
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von berni44 | #16

Wenn der sog. Rechtsstaat für den Büger als Unrecht empfunden wird, entsteht mit jedem Strafmandat ein Staatsgegner.
Jetzt muss sich noch etwas Schlimmes in der Welt ereignen, dann kann es passieren, dass der Bürger den Knüppel in Hand nimmt.
Der soziale Friede ist dahin. Der soziale Unfriede ist eine Umschreibung für Revolution.
Schade um das schöne Deutschland

11.06.2012
16:42
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von 123Lustig123 | #15

Ein TIPP:

Nicht jeder Blitzer ist juristisch haltbar. So z.B. Die Nummer direkt hinter einem Ortseingangsschild oder 5 Meter vor einem Ortausgangsschild.

Aber am besten man hält sich an die Begrenzungen un die Städte ärgern sich schwarz!!!

Wer mit 50 an einer Schule mit Tempo30 Zone durchjagt hats nicht besser verdient....

11.06.2012
15:31
Amüsant hier ...
von mister_t | #14

Der Autofahrer hat es doch ganz alleine in der Hand, ob er geblitzt wird oder nicht. Wer sich an die Verkehrsregeln hält (oder sie zumindest nicht deutlich überschreitet) muss auch keinen einzigen Euro zahlen.

Insofern hat es jeder Bürger selbst in der Hand, ob diese Rechnung der Kommunen aufgeht oder nicht.

Aber es ist ja so viel einfacher, auf das Raubrittertum zu schimpfen, als sich an die geltenden Verkehrsregeln zu halten ...

11.06.2012
15:12
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von einwittener | #13

Es ist ein Faktum, das Rotlichtverstöße und Geschwindigkeitsvergehen teils drastisch angestiegen sind.
Als Außendienstler mit einer jährlichen Fahrleistung von 150.000km, kann ich ein Lied davon singen, in welch rasantem Tempo sich die Aggressivität der anderen PKW Fahrer von Jahr zu Jahr erhöht.
Es wird zu schnell, zu dicht, zu aggressiv und zu abgelenkt gefahren. Ich für meinen Teil fahre so wie vor 15 Jahren und komme immer (fast pünktlich) zu meinen Terminen.... der Trick ist ganz einfach ...genug Zeit einplanen....
Aber es hilft alles nichts, Kontrollen müssen her.... Am Samstag noch auf der Kleppingstrasse in Dortmund von einem rasanten älteren Herrn überholt worden und der T5 vor mir wollte grade nach links in eine Einfahrt abbiegen. Alles reden nachher half nichts...denn der alte Herr mit der schicken Beifahrerin regte sich doch wirklich über den abbiegenden T5 auf, ohne wahrhaben zu wollen, das man nicht mit 80 kmh 5 Fahrzeuge die warten in der Innenstadt überholt....

11.06.2012
14:43
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von Bronkhorst | #12

Wenn mehr geblitzt wird ist es nur logisch auch mehr böse Buben zu fangen. Das hat nichts mit einem veränderten Fahrverhalten der Bürger zu tun.

Nichts gegen Kontrollen an Unfallschwerpunkten, aber mindestens 50% aller Kontrollen dienen einzig und allein der Staatskasse.

11.06.2012
13:22
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von meinemeinungdazu | #11

Es wird höchste Zeit, dass in Attendorn-St.Claas der Starenkasten wieder in Betrieb geht.

11.06.2012
13:12
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von Roadrunner99 | #10

Wo bitte steht geschrieben, dass ich mich nur an Gefahrenstellen an die Verkehrsregeln halten muss?

Wer bestimmt die Gefahrenstellen?

Die Verkehrsdichte nimmt immer mehr zu. Leider nehmen die Verkehrssünder auch zu. Viele fahren zu schnell, biegen ab ohne zu blinken, Parken im absoluten Halteverbot.

Dann kommen noch die Radfahrer, die meinen, dass Rote Ampeln nur für Fußgänger und Autofahrer gelten. Das man ohne Probleme falsch durch die Einbahnstrasse fahren darf. Dass ein Gehweg der bessere Radweg ist.

Leider sind die Kontrollen noch zu lasch. Übrigens ist es den Uneinsichtigen egal ob Sie belehrt werden oder nicht. An der Geldbörse müssen Sie es spüren.

1 Antwort
Städte und Kreise rüsten im Kampf gegen Temposünder auf
von Kravattenmuffel | #10-1

Ein netter Rundumschlag. Nur dass "Blitzer" nix nützen gegen Radfahrer auf Gehwegen, Fußgänger an roten Ampeln, Einbahnstraßenclowns, Halteverbotsparkern, Blinkmuffeln oder hoher Verkehrsdichte (was eigentlich ein Widerspruch zu hohen Geschwindigkeiten darstellt). Zugegeben alles nervende Dinge, nur wenn Sie das alles 24h/Tag kontrollieren und ahnden wollen brauchen wir einen Überwachungsstaat, wie es die Welt in Europa schon lange nicht mehr gesehen hat.

Aus dem Ressort
Bei Unfall mit Hubschraubereinsatz Motorräder festhalten
Verkehr
Wer als Ersthelfer am Unfallort ist, muss vor allem Ruhe bewahren. Sollte ein Hubschraubereinsatz notwendig sein, müssen lose Gegenstände gesichert werden. Motorradfahrer müssen ihre Maschinen festhalten.
Notrufsäulen an den Straßen in NRW sind bald Geschichte
Notruf
Sie stehen zum Teil seit Jahrzehnten an den Straßen - doch fallen sie dort eigentlich noch auf? Bis Ende dieses Jahres wird die Telekom ihre Notrufsäulen abbauen, bundesweit. Nur an den Autobahnen wird es dann noch Notruftelefone geben. Fragt sich, für wie lange.
Ennepetaler Experten kümmern sich um Auto von TV-Koch Lafer
Freizeit
TV-Koch Johann Lafer ist auch ein Auto-Fan. In Ennepetal hat er sich jetzt einen Traum erfüllt. Eine Ennepetaler Spezialfirma hat sich um ein ganz besonders Fahrzeug aus Lafers Sammlung gekümmert: ein Fahrzeug der - brasilianischen - Marke Lafer.
Punkte tilgen - Reform führt zu Ansturm auf Fahrschulen
Verkehr
Verkehrssündern bleiben nur noch wenige Tage, um mit Seminaren zur Regelkunde mehrere Punkte aus ihrer Flensburger Kartei zu löschen. Profitieren können davon vor allem die Fahrschulen.
Gefragte Helfer an Autobahnen: Notrufsäulen trotzen Smartphones
Verkehr
Ob Panne, Unfall oder Unwetter: Was auch immer auf Autobahnen passiert - Hilfe kann über Notrufsäulen angefordert werden. Doch werden die Säulen in Zeiten von Smartphones überhaupt noch genutzt?
Umfrage
Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?

Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?