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Zwölf Jahre Haft für geplanten Anschlag auf dänische Zeitung

04.06.2012 | 16:22 Uhr

Wegen ihrer Anschlagspläne auf die dänische Zeitung "Jyllands Posten" sind vier Angeklagte am Montag zu je zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die Männer arabischer Abstammung hatten nach Angaben der Ermittler geplant, als Vergeltung für die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen die Redaktionsräume der Zeitung zu stürmen und dort um sich zu schießen.

Kopenhagen (dapd). Wegen ihrer Anschlagspläne auf die dänische Zeitung "Jyllands Posten" sind vier Angeklagte am Montag zu je zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die Männer arabischer Abstammung hatten nach Angaben der Ermittler geplant, als Vergeltung für die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen die Redaktionsräume der Zeitung zu stürmen und dort um sich zu schießen. Das Gericht in Glostrup bei Kopenhagen befand sie dafür des Terrorismus schuldig.

Die Männer waren von schwedischen und dänischen Geheimdiensten überwacht und schließlich im Dezember 2010 festgenommen worden, nur wenige Stunden vor der geplanten Tat. Drei der Verurteilten sind schwedische Staatsbürger, der vierte hat eine Aufenthaltserlaubnis für das Land. Sie stammen aus Libyen, Tunesien, Marokko und dem Libanon. Bei der Festnahme hatte die Gruppe zwei automatische Waffen, 122 Patronen und mehr als 15.000 Euro in bar bei sich.

Die von der "Jyllands Posten" im Jahr 2005 veröffentlichten Karikaturen des Propheten Mohammed hatten zu Demonstrationen und Unruhen in mehreren muslimischen Ländern geführt. Im vergangenen Jahr wurde ein in Dänemark lebender Somalier ebenfalls wegen Terrorismusvorwürfen verurteilt, nachdem er mit einer Axt in das Haus des Karikaturisten eingebrochen war. Auch ein Tschetschene war wegen eines geplanten Briefbombenanschlags auf den Zeichner 2011 zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

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dapd

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