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Prominente würdigen 60 Jahre "Bild"-Zeitung

20.06.2012 | 15:27 Uhr
Foto: /dapd/Michael Gottschalk

Prominente aus dem Showgeschäft, Sport und Politik haben der "Bild"-Zeitung am Mittwoch in Berlin bei der Buch-Präsentation zum 60-jährigen Bestehen des Blatts die Ehre gegeben. Darunter waren Thomas Gottschalk, Franz Beckenbauer, Frank Elstner, Katarina Witt, Boris Becker und Heino, aber auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

Berlin (dapd). Prominente aus dem Showgeschäft, Sport und Politik haben der "Bild"-Zeitung am Mittwoch in Berlin bei der Buch-Präsentation zum 60-jährigen Bestehen des Blatts die Ehre gegeben. Darunter waren Thomas Gottschalk, Franz Beckenbauer, Frank Elstner, Katarina Witt, Boris Becker und Heino, aber auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

Chefredakteur Kai Diekmann bezeichnete "Das Bild-Buch" mit 718 Titelseiten im Original-Zeitungsformat als einmaliges Dokument der Zeitungsgeschichte und Zeitgeschichte.

Ausgewählt wurde je eine Seite aus jedem Monat seit der Erstausgabe vom 24. Juni 1952. Der elf Kilogramm schwere Band ist im Taschen-Verlag erschienen. Außerdem werden zwei Sammler-Editionen zum Preis von zunächst 1.952 Euro und später 2.495 Euro angeboten. Die eine Variante enthält Teile historischer Originalgegenstände wie Mondgestein oder Berliner Mauer , die andere Sport-Devotionalien wie ein Stück von Boris Beckers Wimbledon-Tennisschläger.

"Bild ist immer big", sagte Chefredakteur Diekmann. Keine andere Zeitung werde von so vielen Menschen gelesen, keine andere sei umstrittener. Denn manchmal würden die Schlagzeilen von Betroffenen auch als Schläge empfunden, sagte er, "manchmal auch zu Recht, denn natürlich macht auch die 'Bild'-Zeitung Fehler". Verleger Benedikt Taschen scherzte, das Buch sei schwarz wie Druckerschwärze, rot wie Blut "und weiß wie die Weste, die keiner hat".

Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust, der ein Vorwort für das Jubiläumsbuch geschrieben hat, erinnerte an die Proteste gegen Springer während der 68er-Unruhen. Im Verlagshaus habe damals ein ziemliches Gedränge geherrscht, begann Aust. "Wir reichten uns von vorne nach hinten die Pflastersteine durch." Die Zuhörer lachten. Aust erinnerte an den Ausspruch des Springer-Vorstandschefs Mathias Döpfner, wer mit "Bild" "im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten". Aust meinte, vielleicht sei "Bild" eher ein Katapult, ein Beschleuniger, manchmal auch Spiegel oder Zerrspiegel. Aber wer glaube, dass Politiker Angst vor der Redaktionskonferenz der "Bild" haben müssten, "nimmt sich zu ernst", sagte Aust.

Westerwelle äußerte sich durchweg positiv über das Blatt, er sei bei der Berichterstattung über sein Privatleben die meiste Zeit fair behandelt worden. Der FDP-Politiker kritisierte aber die Haltung der "Bild"-Zeitung zur Finanzkrise in Griechenland: "Da hat die 'Bild' keinen so guten Kompass", sagte er. "Die ganze Redaktion müsste mal vier Wochen Urlaub in Griechenland machen." Das sagte er in Anlehnung der Äußerung Diekmanns, die ganze Redaktion sei im vergangenen Jahr wegen des 9/11-Jahrestags nach New York verlegt worden.

Moderator Thomas Gottschalk sagte: "Die vielen Schlagzeilen, die uns das Leben schwer gemacht haben, sind heute vergessen."

dapd

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