Von Venezuela über Pariser Flughafen-Knast zur Ski-WM: Adrian Solano ist unser Langlauf-Held, auch wenn er absolut nix kann

Ungefähr so legte der Venezulaner Adrian Solano die gesamte Strecke zurück.
Ungefähr so legte der Venezulaner Adrian Solano die gesamte Strecke zurück.
Foto: imago
  • Adrian Solano ist Langläufer aus Venezuela
  • Seine Slapstick-Show im Schnee wird gerade zum viralen Hit
  • Der Pechvogel konnte beinahe nicht antreten, weil er festgenommen wurde

Die fünf Tage in der Arrestzelle des Pariser Flughafens waren das Schlimmste, was Adrian Solano in seinem jungen Leben widerfahren ist. So schien es ihm jedenfalls.

Allerdings kannte er da die WM-Strecke von Lahti in Finnland noch nicht.

Solano tritt für exotische Wintersportnation an

Der Reihe nach: Adrian Solano ist 22 Jahre alt, stolzer Venezolaner, noch nicht sehr lange Skilangläufer - und der erste tragische Held der nordischen Weltmeisterschaften in Finnland.

Diese haben am Mittwochnachmittag mit den Ausscheidungs-Rennen aus exotischen Wintersportnationen begonnen, die Bandbreite reichte dabei von Armenien über Indien bis Solano.

In Paris festgehalten wegen zu wenig Bargeld

Dass Solano überhaupt in Finnland aufkreuzte, war ein mittleres Wunder. Den Flug von Caracas nach Paris hatte er sich noch leisten können. Dort wurde er aber festgesetzt, weil er nur noch den Gegenwert von 20 Euro in Bargeld mit sich führte .

César Baena, einer seiner Ski-Kollegen, berichtete einer schwedischen Tageszeitung vom Schicksals Solanos. Die französischen Grenzer hätten den Pechvogel zunächst düsterer Terrorpläne verdächtigt, ihm dann Drogenschmuggel unterstellt.

Als der Sportler erzählte, dass er auf dem Weg zur Ski-WM sei, verfielen die Kontrolleure in einen mehrtägigen Lachanfall.

Statt Skifahren zurück nach Venezuela

Solano wanderte in Untersuchungshaft, kam auf Intervention der venezolanischen Botschaft frei und wurde zurück nach Caracas verfrachtet. Dennoch schaffte er es zurück nach Europa und schließlich irgendwie nach Lahti.

Dort war er als erster Starter aus dem Starthäuschen gejagt worden. Dann lieferte er die Slapstick-Show des Jahres: Er stürzte, stoppte, fuhr rückwärts, lag im Schnee, saß im Schnee.

Irgendwann war Solano nicht nur der Erste auf der Strecke, sondern auch der Letzte. Entkräftet brach er schließlich das Rennen mit erhobenen Kopf und Landesfahne ab.

(sid/mb)

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