„Ehrenrunde oben ohne?“: Die „Sportschau“ entfacht mit dieser Frage an Deutschlands Sprinterinnen eine Sexismus-Debatte

Deutschlands Sprint-Staffel von links nach rechts: Rebekka Haase, Tatjana Pinto, Gina Lückenkemper, Lisa Mayer.
Deutschlands Sprint-Staffel von links nach rechts: Rebekka Haase, Tatjana Pinto, Gina Lückenkemper, Lisa Mayer.
Foto: imago/Chai v.d. Laage

Die deutschen Leichtathleten sammelten bei der Leichtathletik-WM in London zwar nicht allzu viele Medaillen, dafür aber umso mehr Sympathie-Punkte.

Zu genau solchen Sympathieträgern entwickelte sich das Frauen-Quartett der deutschen 4x100-Meter-Staffel. Gina Lückenkemper, Lisa Mayer, Tatjana Pinto und Rebekka Haase verpassten mit Rang 4 im Finale ganz knapp ein Platz auf dem Podest. Die Mädels machten mit ihrer authentischen Art eine Menge Werbung für ihren Sport.

In der „Sportschau“ stellten Lückenkemper und Mayer sich den Fragen der Fans. Aus einem Beutel zogen die beiden Sprint-Sternchen ein paar zufällige Fragen (siehe Video).

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„Ehrenrunde oben ohne?“

Eine der Fragen sorgte bei manch einem Zuschauer für Stirnrunzeln. „Im Falle einer WM-Medaille – würdest du die Interviews in der Mixed-Zone lieber mit Schwimmflügeln geben oder die Ehrenrunde oben ohne erleben?“

Viele User waren empört und machten ihrem Unmit auf der Facebook-Seite der „Sportschau“ Luft. „Den Mädels wünsche ich viel Erfolg! Und den Redakteuren, die diese betreuen, einen Anti-Sexismus-Lehrgang“, schrieb ein Nutzer.

„Würde man den Männern so eine Frage stellen?“

Ein anderer meinte: „Sagen Sie mal, kann man von einer Sportredaktion eigentlich erwarten, Inhalte auf Unangebrachtes, Unpassendes grundsätzlich zu prüfen? Oder anders gefragt, wenn jeder geistige Tiefflug gleich weiter produziert wird, wozu braucht man dann eine Redaktion?“

Die „Sportschau“ wies darauf hin, dass die Fragen von einer weiblichen Kollegin erstellt worden waren. Die Antwort einer Userin: „Würde man den Männern so eine ähnliche Frage stellen? Ich glaube kaum!“

(dhe)

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