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Bochum

Bochumer Anwalt will Olympia-Tickets für russische Athleten

Anwalt Christof Wieschemann aus Bochum vertritt Skilangläufer Alexander Legkow.
  • Christof Wieschemann aus Bochum vertritt den Russen Alexander Legkow
  • Dass die Sperre gegen den Olympiasieger aufgehoben wurde, macht ihn froh
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Bochum. Christof Wieschemann, Anwalt des Sotschi-Olympiasiegers Alexander Legkow, hat erleichtert auf das Cas-Urteil reagiert: „Wir haben für dieses Urteil seit dem 22. Dezember 2016, 13 Monate und neun Tage, gekämpft. Für Sascha ist das wie eine zweite Goldmedaille. Von ihm ist enormer Druck abgefallen“, sagte der Bochumer Sportrechtsexperte der FUNKE Mediengruppe.

Der Skilangläufer Legkow ist einer der russischen Athleten, die vom Internationalen Olympischen Komitee im Zuge des Staatsdopingskandals lebenslang gesperrt wurden. Am Donnerstag hat der Internationale Sportgerichtshof Cas die Sperren gegen 28 Athleten, darunter Legkow, aufgehoben.

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„Ich finde es verwunderlich, wie viele Menschen, die bei der 60-stündigen Anhörung des Cas in Genf nicht dabei waren, unqualifizierte Kommentare abgeben und von einem Debakel sprechen“, kritisiert Wieschemann. „Vieles von dem, was Grigorij Rodtschenkow behauptet, kann sich so nicht zugetragen haben. Er selbst hat keinen Kontakt zu den Athleten und Trainern gehabt, auch zu Sascha nicht“, so Wieschemann. Rodtschenkow war Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors. Er ist ein wichtiger Kronzeuge im Dopingskandal. Seine Rolle in den Ermittlungen wird von Wieschemann allerdings kritisiert: „Rodtschenkow hat nicht teilgenommen, er stützt sich auf seine Schlussfolgerungen. Ich schließe nicht aus, dass es einen Plan gegeben hat, aber der kann so nicht umgesetzt worden sein, wie es Rodtschenkow berichtet.“ Auch Wada-Chefermittler Richard McLaren habe nicht ergebnisoffen ermittelt, „sondern nur danach, was Rodtschenkows Aussagen stützen könnte“.

Berechtigung für Start in Pyeongchang

Der 34-jährige Legkow halte sich derzeit in Moskau auf, sagte sein Anwalt Wieschemann. Das weitere Vorgehen nach dem Cas-Urteil werde nun mit den anderen Athleten abgestimmt. Die Entscheidung berechtigt die 28 entlasteten russischen Athleten nicht, an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) teilzunehmen. „Solange das Russische Olympische Komitee suspendiert ist, können russische Athleten nur auf Einladung des IOC in Pyeongchang starten“, erklärte dazu das IOC. Für Christof Wieschemann wäre eine ausbleibende Einladung „schon eine große Enttäuschung. Aber selbst wenn, dann fehlen Sascha wegen der Sperre eineinhalb Jahre Wettbewerbserfahrung. Das wären keine fairen Wettbewerbe.“

Bislang sind 169 russische Athleten für die Olympischen Winterspiele im Februar startberechtigt. Sie müssen aber unter neutraler Flagge starten.

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Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

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