Bei der Vierschanzentournee sagt Bundestrainer Schuster: „Ich stelle mich auf eine turbulente Tournee ein”

Werner Schuster.
Werner Schuster.
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Oberstdorf/Garmisch-Partenkirchen.. Die Stunden nach dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee verbrachten Richard Freitag und seine Teamkollegen auf der Autobahn und der Massagebank. “Der Korbinian, unser Physio, wird noch einiges zu tun haben”, sagte der Zweite von Oberstdorf, bevor es weiterging in Richtung Garmisch-Partenkirchen, dem zweiten Tournee-Stop. Am Sonntag vor sonniger Panoramakulisse Qualifikation (14 Uhr/Eurosport), am Neujahrstag dann das Springen (14 Uhr/ZDF) - auch Bundestrainer Werner Schuster erwartet für die restlichen Stationen des Skisprung-Grand-Slams noch hart umkämpfte Wettkämpfe.

Werner Schuster über…

... den weiteren Tourneeverlauf: “Ich glaube nicht, dass wir uns morgen, übermorgen und überübermorgen darüber unterhalten werden, dass es ein perfektes Springen war. Ich stelle mich auf eine sehr turbulente Tournee ein. Jeder tolle Tag ist ein Segen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, wenngleich Kamil Stoch und Richard Freitag sich gut positioniert haben, das gibt Selbstvertrauen.”

... den Auftakt in Oberstdorf: “Ich bin wirklich zufrieden mit dem Auftakt. Es ist viel los gewesen, wir sind in einer Topposition hier reingekommen. Meine Sportler haben das gut gemacht, Richard ist auf dem Podium gelandet, das ist eine gute Leistung. Sie haben zwar ein paar kleine Fehler gemacht, man merkt ihnen die Spannung und die Erwartungshaltung an. Das ist natürlich. Bei der Tournee wird noch einiges passieren, auch Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger sind noch nicht raus aus dem Spiel.”

... Kamil Stoch, Gesamtsieger im letzten Winter und jetzt Sieger des Auftaktspringens: “Kamil ist ein ganz toller Springer, der heute etwas glücklichere Verhältnisse hatte, die dann aber auch gnadenlos ausnutzt, einen absolut tollen Sprung zeigt, und deswegen hat er heute auch verdient gewonnen.”

... Wind und Regen, die das Oberstdorfer Springen maßgeblich beeinflusst haben: “Wir sind nicht auf die Butterseite gefallen, da haben andere Nationen bisschen glücklicher agiert, aber auch Qualität gezeigt. Andi Wellinger hatte es richtig schwer, auch Daniel-André Tande aus Norwegen. Wenn du dann einen kleinen Fehler machst, hast du keine Chance. Dann kannst du vielleicht noch Platz sechs, sieben, acht retten, aber mehr nicht. Aber ich hatte das Vertrauen, dass die Mannschaft stabil ist, dass es auch gut ausgeht, dass mindestens einer mit vorne dabei ist. Es hätten von der Qualität her auch mehr sein können, aber das passt schon.

... seinen Gemütszustand auf der Trainerempore: “In diesen zehn Jahren als Bundestrainer habe ich auch eine gewisse Ruhe und Gelassenheit entwickelt. Vor vielen Jahren hätte ich da oben gestanden, wäre hin- und hergelaufen und hätte gesagt: Was machen wir hier? Ich habe sehr viel Vertrauen in unsere Athleten. Ich wusste, dass unsere Arbeit als Trainer- und Betreuerteam gut war, die Voraussetzungen gut waren. Dann muss man darauf vertrauen, dass die Leute bei ihren Sachen bleiben.”

... Richard Freitags Umgang mit der Favoritenrolle als Weltcup-Führender: “Es ist gut eingestellt auf die Situation, die für ihn ja auch neu ist. Wie er hier in der Favoritenrolle Rede und Antwort gestanden ist, war gut. Es werden Fragen gestellt, die ihn auch mental fordern. Ich hoffe, er behält sich diesen Zugang, das ist die Voraussetzung, um sich immer wieder aufs Sportliche zu konzentrieren. In der Qualifikation war sein Siegsprung sogar einen Tick besser als die beiden heute, da denken sich dann alle, das reicht. Aber vielleicht macht es das sogar etwas schwerer, weil man spürt, man kann die Erwartung von außen erfüllen, aber dann kommt die eigene Erwartung noch hoch. Im Wettkampf waren die Sprünge nicht mehr ganz so sauber, aber immer noch gut. Mit Platz zwei kann er gut umgehen.”

 
 

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