Zeiten-Wende im Vatikan

Papst Franziskus macht sich daran, das von seinem Vorgänger Benedikt nur halbherzig betriebene Werk zu vollenden: die Ausmerzung von Vetternwirtschaft und Korruption im Vatikan. Keine einfache Mission.
Papst Franziskus macht sich daran, das von seinem Vorgänger Benedikt nur halbherzig betriebene Werk zu vollenden: die Ausmerzung von Vetternwirtschaft und Korruption im Vatikan. Keine einfache Mission.
Foto: Alessandro Di Meo/epa/dpa
Was Papst Franziskus seit seiner Wahl vor gerade einmal acht Monaten institutionell angestoßen und klimatisch verändert hat, muss vor alle jene Günstlinge dramatisch beunruhigen, die es sich über Jahrzehnte im Gefüge von satten Schmiergeldern und skrupelloser Vorteilsnahme ausgesprochen bequem gemacht haben.

Der Papst macht ernst: Nachdem im Juni bereits eine Kommission zur Reform der umstrittenen Vatikanbank eingesetzt worden ist, soll nun auch der dreiste Klüngel im übrigen Kirchenstaat nachhaltig ausgetrocknet werden. Im Vorfeld hatte Franziskus schon mit mehr als klaren Worten seine unverhohlene Abscheu vor der Korruption unter dem Kreuz bekundet.

Auch Papst Benedikt XVI. hatte sich während seiner Amtszeit ansatzweise darum bemüht, die schlimmsten Auswüchse der vatikanischen Vetternwirtschaft einzudämmen - vielleicht ist er am Ende gerade daran aber auch zerbrochen und musste - sichtlich geschwächt - den Hirtenstab an einen robusteren Träger weitergeben.

Als genau dieser präsentiert sich Franziskus von Beginn an. Was er seit seiner Wahl vor gerade einmal acht Monaten institutionell angestoßen und klimatisch verändert hat, muss vor alle jene Günstlinge dramatisch beunruhigen, die es sich über Jahrzehnte im Gefüge von satten Schmiergeldern und skrupelloser Vorteilsnahme ausgesprochen bequem gemacht haben.

Gegen die dämonischen Dimensionen dieses (alten) Vatikan-Gefüges wirken die möglichen Verfehlungen eines Limburger Bischofs kaum nennenswert. Und doch muss auch dort das neue Denken umgesetzt werden.

 
 

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