Wie in alten Zeiten

Borussia Mönchengladbach ist in der Europa League ausgeschieden. Dennoch erinnerten die Auftritte gegen den FC Sevilla an große vergangene Zeiten - ein Kommentar:

Ein Großteil der Sympathie, die Borussia Mönchengladbach seit Jahren zufliegt, dürfte mit dem offensiven Fußball zu erklären sein, den das Team in den 70er-Jahren spielte. Klar ist auch, dass die Fohlen ziemlich skandalfrei durch die Geschichte der Bundesliga galoppiert sind – und trotzdem dürfte es noch einen weiteren wichtigen Grund geben.

Keine andere deutsche Mannschaft konnte international so dramatisch scheitern wie die Borussen. Ob Inter Mailand und der Büchsenwurf, ob Real Madrid und Schiedsrichter Leonardus van der Kroft – ungerechte Niederlagen boten nicht nur Stoff für Diskussionen, sie taten der Borussia, so paradox es klingt, sogar gut, weil sich die Menschen liebend gerne mit den Kleinen identifizieren, die ungerechterweise um den Triumph gebracht werden.

Auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt, auch wenn das aktuelle Ausscheiden nicht so spektakulär war wie frühere Tiefschläge, die Partien gegen Sevilla erinnerten zumindest an alte Zeiten, weil bärenstarker Fußball nicht mit der nächsten Runde belohnt wurde. Zumindest aber haben sich die Gladbacher wieder einmal Sympathiepunkte verdient. Und das ist ein ziemlich guter Trost.

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