Wenn die SPD wie Pegida klingt

Wenn die Essener SPD wie Pegida klingt, sendet das an die Parteichefin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gleich in zweifacher Hinsicht eine alarmierende Botschaft. Erstens: An der Basis ist der Frust über die Flüchtlingskrise offenbar so groß, dass jedes Gespür für das verheerende politische Signal von „Der Norden ist voll“-Rhetorik und Straßenblockaden verloren gegangen ist. Der wichtigste SPD-Landesverband wirkt ebenso zerrissen wie die „Wir schaffen das“-CDU.

Zweitens: Im sozial gebeutelten nördlichen Ruhrgebiet, wo sich die von absoluten Mehrheiten verwöhnte Arbeiter-SPD gegen den Trend zum Nicht-Wählen stemmt, empfindet man eine immer größere Kluft zwischen der idealisierten Willkommenskultur und dem täglich erlebten Scheitern von Integration. Das Anliegen, Probleme schonungslos aufzuzeigen, ist deshalb richtig – ein kruder Demonstrationsmarsch aber eindeutig das falsche Instrument.

Dass mancher SPD-Grande die in letzter Minute abgesagte Aktion in Essen bloß zur verunglückten Kritik an der räumlichen Verteilung von Flüchtlingen durch Essens CDU-Oberbürgermeister umdeutet, wirkt arg bequem.

 
 

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