VW muss mehr in der Heimat tun

Dass sich Weltkonzerne unterschiedliche Rechtsordnungen zunutze machen, um im Katastrophenfall ihre Verluste zu senken, ist verständlich und juristisch wahrscheinlich nicht zu beanstanden. Moralisch in Ordnung ist es nicht. Für den Auto-Riesen VW läuft die Ungleichbehandlung der weltweit von manipulierten Dieselfahrzeugen betroffenen Autobesitzer auf einen Image-Totalschaden hinaus.

In Amerika legt VW die fast sprachlos machende Summe von 15 Milliarden Dollar auf den Tisch. Anders sind Behörden und Sammelkläger nicht zu besänftigen. Dabei geht es gerade mal um 500. 000 Autos. Weltweit sind über elf Millionen in betrügerischer Absicht an der Elektronik frisierte VW-Wagen unterwegs. Die meisten Kunden kriegen bis auf eine seit langem überfällige Reparatur und warme Worte nichts.

Die Kunden, die in Deutschland, Frankreich oder Italien genauso von VW hinter die Fichte geführt wurden, gucken in die Röhre. Das kann nicht sein. Die Herrschaften um VW-Chef Müller müssen auf ihrem Heimatmarkt endlich mehr tun, als nur die technischen Spuren eines der abgefeimtesten Wirtschafts-Betrugsskandale überhaupt zu beseitigen.

 
 

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