Vor Weihnachten nicht die große Axt

Sechs Karstadt-Häuser machen dicht. Weitere 20 Häuser schreiben Verluste und stehen womöglich ebenfalls auf der Kippe.
Sechs Karstadt-Häuser machen dicht. Weitere 20 Häuser schreiben Verluste und stehen womöglich ebenfalls auf der Kippe.
Foto: Jan-Philipp Strobel/Archiv
Wer bei Karstadt welche Fehler gemacht und wie sehr Strahlemann Berggruen die Mitarbeiter im Stich gelassen hat, spielt keine Rolle mehr. Sondern allein, ob der Traditionskonzern aus dem Schlamassel wieder rausfindet, in den er von zu vielen Chefs mit viel zu vielen Kurswechseln getrieben wurde.

Wer bei Karstadt welche Fehler gemacht und wie sehr Strahlemann Berggruen die Mitarbeiter im Stich gelassen hat, spielt keine Rolle mehr. Sondern allein, ob der Traditionskonzern aus dem Schlamassel wieder rausfindet, in den er von viel zu vielen Chefs mit viel zu vielen Kurswechseln getrieben wurde.

Dafür entscheidend ist, ob der nicht minder smarte Österreicher René Benko das Projekt Warenhaus der Zukunft ernsthafter angeht als sein Vorgänger. Bisher gibt es bei aller Sorge um die Arbeitsplätze noch keinen Anlass, daran zu zweifeln.

Benko geht die Sanierung entschieden an, aber zumindest bisher nicht mit der ganz dicken Axt. Das mag dem anstehenden Weihnachtsgeschäft geschuldet sein, Mitarbeiter und Kunden wollen bei Laune gehalten werden. Dass über die sechs gekippten Standorte hinaus weitere 20 Häuser Verluste schreiben, ist lange bekannt. Ob die verbreitete Devise „Zurück zu den Wurzeln“ sie retten kann, bleibt ungewiss.

Klar ist aber: Die Sanierung wird härter als die ersten Beschlüsse erkennen lassen. Und so zynisch es klingt: Sie wird nicht nur Filialen und Stellen kosten, sondern auch viel Geld. Schon deshalb tut die neue Führung gut daran, es vor dem Weihnachtsgeschäft etwas ruhiger anzugehen.

 
 

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