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Vom Mythos zum Armenhaus

Vom Mythos zum Armenhaus

Orte wie Marxloh und die Dortmunder Nordstadt waren nie wirklich schön. Aber sie hatten ihre Reize. Der Mythos des malochenden Reviers entstand hier, in der Nachbarschaft riesiger Werke. Das Ruhrgebiet mit seiner rauen Sprache, nächtlichen Feuern und Stäuben auf der Wäsche. Eine besondere Gesellschaft war hier zu Hause: eine aus Zugewanderten, zusammengeschweißt durch die Arbeit, zuweilen zerstritten, oft aber solidarisch.

Davon ist wenig übrig. Heute sind diese Stadtteile die Armenhäuser eines zum Teil armen Reviers. Mit einer Gesellschaft neuer Zuwanderer, die schlechtere Bedingungen vorfindet als jene, die in die Umgebung der Zechen und Hütten zogen.

Die Aufgabe, diese Brennpunkte deutlich zu entschärfen, überfordert Städte wie Duisburg und Dortmund. Zu bewältigen wäre das nur mit massiver Hilfe aus Berlin und Düsseldorf. Damit mehr Schrottimmobilien saniert werden können, viel mehr Polizei auf die Straßen kommt und benachteiligte Kinder die Schulen bekommen, die sie brauchen.