Vertrauensverlust

Andreas Thiemann
Patrick Sensburg ist nicht mehr CDU-Vorsitzender im Hochsauerlandkreis.
Patrick Sensburg ist nicht mehr CDU-Vorsitzender im Hochsauerlandkreis.
Foto: Ralf Rottmann/Funke Foto Services
Patrick Sensburg ist jetzt ein Politiker ohne zuverlässige Hausmacht. Das macht ihn noch schwächer und entsprechend angreifbarer.

Wenn es denn überhaupt ein politischer Befreiungsschlag werden sollte, dann ist er gründlich misslungen: Mit seinem Rücktritt als CDU-Vorsitzender im Hochsauerlandkreis hat Patrick Sensburg seiner Partei zwar durchaus einen wichtigen Dienst erwiesen. In eigener Sache aber hat er eine weitere, mutmaßlich folgenreiche Niederlage einstecken müssen.

Indem seine heimatlichen Parteifreunde sein Rückzugsangebot umgehend und einhellig angenommen haben, lieferten sie zugleich ein dramatisches Signal Richtung Berlin: Sehr her, hier im Sauerland findet der noch amtierende Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses kein tragendes Vertrauen mehr! Patrick Sensburg ist jetzt ein Bundestagsabgeordneter, der den Rückhalt an der eigenen Sauerlandbasis verloren hat.

Andererseits gab es aber wohl auch keine Alternative zu dieser Entscheidung. Ein prügelnder Politiker kann nicht als Aushängeschild einer Partei dienen, die nach eigenem Bekunden für sich in Anspruch nimmt, ein „christlich geprägtes Weltbild“ zu vertreten.

Patrick Sensburg ist jetzt ein Politiker ohne zuverlässige Hausmacht. Das macht ihn noch schwächer und entsprechend angreifbarer. Die eigentliche Schuldfrage spielt da nur noch eine untergeordnete Rolle.