Unredlicher Umgang

Der Deutsche Fußball-Bund und die Polizei ermitteln nach dem abgebrochenen Pokalspiel in Osnabrück. RB Leipzig bietet an, dass die Partie wiederholt wird - ein Kommentar:

Dass der deutsche Osten zur Fußball-Diaspora verkommen ist, kann wirklich keiner wollen. Die Anhänger im Westen haben die Möglichkeit, unmittelbar vor der Haustür die besten Kicker anzugucken, während die Fans aus dem Osten weit reisen müssen, um Bundesligafußball sehen zu können. Insofern kann es nur gut sein, dass RB Leipzig sich anschickt, eine riesige Lücke zu füllen.

Dass der Klub trotzdem extremer als jeder andere Verein angefeindet wird, ist kaum nachzuvollziehen. Die Fan-Szene ist außer Rand und Band. Da wird Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, der den Klub mit Millionen anschiebt, auf einem Transparent als Nazi verunglimpft oder Verteidiger Sebastian Heidinger mit einem Becher voller Urin beworfen - und das sind neben der deutschlandweiten Kampagne „Nein zu RB“ lediglich die Auswüchse.

Und wer den Leipzigern grundsätzlich alles Böse unterstellt, wird jetzt behaupten, dass der Vorschlag von Ralf Rangnick, das Pokalspiel zu wiederholen, allein einem Kalkül entspringt. Was unredlich ist, weil man dem Trainer und Sportdirektor somit im Vornhinein jede Möglichkeit nimmt, Fairness zu demonstrieren. Schon bitter. In so einem Klima könnte man glatt zum Leipzig-Fan werden.

 
 

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