Unmögliches Verhalten einiger Fans der Iserlohn Roosters

Bleibt bei den Fans umstritten: Roosters-Trainer Doug Mason. Foto: Hartmann
Bleibt bei den Fans umstritten: Roosters-Trainer Doug Mason. Foto: Hartmann
Obwohl ihre Mannschaft mit 3:0 gegen den Favoriten Nürnberg Ice Tigers führte, forderten einige Fans der Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga den Rauswurf von Trainer Doug Mason. Der 6:5-Sieg nach Verlängerung beruhigte die Gemüter nur bedingt.

Sie begeistern sich für ihren Verein, sie leiden mit ihrem Verein. In Kombination mit der alt-ehrwürdigen Eishalle am Seilersee sorgen speziell die Fans der Iserlohn Roosters dafür, dass dem Verein aus der Deutschen Eishockey Liga der Ruf anhaftet, das St. Pauli des Eishockeys zu sein. Ein Kult-Klub, der sich trotz nur bescheidener Mittel nicht unterkriegen lässt und zu dessen Spielen man gerne geht, weil die Atmosphäre so einzigartig, so greifbar und mitreißend ist.

Was Teile der Anhänger allerdings während des Heimspiels gegen die Nürnberg Ice Tigers (6:5 nach Verlängerung) boten, darf nicht unkommentiert bleiben. Denn die, die sich damit brüsten, der Verein und immer für den Verein da zu sein, agierten bewusst gegen ihn.

Mit 3:0 (!) führten die Roosters gegen den Tabellenführer der DEL aus Nürnberg, aber anstatt die eigene Mannschaft bedingungslos zu einer möglichen Überraschung zu schreien, forderten viele lautstark den Rauswurf des Trainers.

Unfassbar.

Unverständlich.

Dass sich eine ebenso unfassbare und unverständliche Schwächephase der Mannschaft auf dem Eis anschloss, wird nicht vordergründig an diesen Zwischentönen gelegen haben. Aber komplett unschuldig waren die Schreihälse auf der Tribüne ebenso wenig.

Jeder Fan und jeder Eintritt zahlende Zuschauer besitzt das Recht, seine Meinung zu äußern. Auch klar und deutlich. Außerdem geben die Spiele der Roosters vor dem Aufeinandertreffen mit Nürnberg mit fünf Niederlagen in sechs Partien allen Anlass dazu, Dinge und Personen am Seilersee kritisch zu hinterfragen.

Aber während einer Begegnung mit einem so starken Gegner die Entlassung des eigenen Trainers fordern? Dazu bei einer 3:0-Führung der eigenen Mannschaft?

Wer dies tut, darf sich nicht wundern, in Zukunft nicht mehr allzu ernst genommen zu werden. Nach dem Spiel, während eines klaren Rückstandes oder notfalls vor dem ersten Bully - auch dann ist Kritik erlaubt. Aber bei so einer deutlichen Führung - keinesfalls.

 
 

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