Union kann AfD nicht ignorieren

Christian Kerl
Befindet sich mit ihrer Partei nach der Wahl in Sachsen auf einem Höhenflug: Frauke Petry, Spitzenkandidatin der Partei Alternative für Deutschland (AfD).
Befindet sich mit ihrer Partei nach der Wahl in Sachsen auf einem Höhenflug: Frauke Petry, Spitzenkandidatin der Partei Alternative für Deutschland (AfD).
Foto: Rainer Jensen/ dpa
Es wird höchste Zeit, dass sich die CDU und die anderen Parteien mit den Euro-Kritikern von der AfD offen auseinandersetzen. Ignorieren hilft nicht, das hat die Wahl in Sachsen bewiesen.

Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen gilt in der CDU die Devise: Bloß nicht nervös machen lassen. Führende Christdemokraten beruhigen sich mit der Prognose, die Euro-Kritiker würden so rasch scheitern wie die Piraten. Das kann passieren, wahrscheinlich ist es nicht.

Die AfD ist wesentlich straffer organisiert, ihr Führungspersonal kommt aus der Mitte der Gesellschaft, die Partei hat ein größeres Spektrum an ernsten Themen – und sie füllt mit ihren rechtskonservativen Parolen offenbar eine Lücke aus, die vor allem die CDU in den vergangenen Jahren nicht mehr hat schließen können.

Da etabliert sich rechts von der Union eine Konkurrenz, die schon wegen ihres strammen Anti-Euro-Kurses auf absehbare Zeit kaum koalitionsfähig sein wird. Es wird höchste Zeit, dass sich die CDU und die anderen Parteien mit den Euro-Kritikern offen auseinandersetzen. Ignorieren hilft nicht, das hat die Wahl in Sachsen bewiesen.