SPD auf gefährlichem Kurs

Wohin steuert die SPD? Auch Parteichef Gabriel (re.) weiß noch keine Antwort.
Wohin steuert die SPD? Auch Parteichef Gabriel (re.) weiß noch keine Antwort.
Foto: afp

Opposition ist Mist. Das hat Ex-SPD-Chef Franz Müntefering einmal gesagt. Regieren ist auch Mist. So könnte man die aktuelle Haltung der Sozialdemokraten interpretieren. Zumindest hält sich das Interesse im SPD-Lager an einer Neuauflage der Großen Koalition in überschaubaren Grenzen. Null Bock auf Koalition?

Das Zögern der SPD-Spitze ist nicht nur taktischer Natur; es geht nicht allein darum, die Preise für ein schwarz-rotes Bündnis hochzutreiben. Das 23-Prozent-Wahltrauma von 2009 sitzt tief bei den Genossen. Die Angst, ein zweites Mal von einer alles überstrahlenden Kanzlerin in den Schatten gestellt zu werden, ist riesig. Viele würden lieber gleich in die Opposition gehen.

Doch dieser Kurs wäre hochgefährlich. Man könnte die Grünen in die Arme der Union treiben und einen angestammten Koalitionspartner verlieren. Schwarz-Grün als potenzielles Zukunftsmodell würde die SPD womöglich überflüssig machen. Dann doch lieber regieren. Auch wenn es manchmal Mist ist.

 
 

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