Sieg der Show, nicht der Toleranz

Conchita Wurst hat nicht zuerst für Österreich gesiegt und nicht für die Schwulen- und Lesben-Bewegung, sondern für sich selbst. Das ist nicht verwerflich. Denn der ESC ist immer noch Showbusiness.
Conchita Wurst hat nicht zuerst für Österreich gesiegt und nicht für die Schwulen- und Lesben-Bewegung, sondern für sich selbst. Das ist nicht verwerflich. Denn der ESC ist immer noch Showbusiness.
Foto: Jörg Carstensen/dpa
Es wird Conchita Wurst, hinter dem der österreichische Travestiekünstler Thomas Neuwirth steht, nicht gerecht, wenn man ihm unterstellt, er habe auf Grund seiner sexuellen Einstellung gesiegt. Er hat gewonnen, weil sein Aufritt an diesem Abend der beste war.

Conchita Wurst ist homosexuell, trägt Vollbart zum Abendkleid und hat so den Eurovision Song Contest für Österreich gewonnen. Seitdem ist von „neuer Toleranz“ in Europa die Rede und einem „Schlag ins Gesicht aller Schwulenhasser“. Alles Blödsinn. Es gab ja schon mal einen ähnlichen Fall. 1998, als die transsexuelle Sängerin Dana International aus Israel siegte, waren ähnliche Hoffnungen zu hören. Erfüllt haben sie sich nicht. Zumindest nicht in Ländern, die so ihre Probleme haben mit Schwulen und Lesben.

Es wird Wurst, hinter dem der österreichische Travestiekünstler Thomas Neuwirth steht, aber auch nicht gerecht, wenn man ihm unterstellt, er habe auf Grund seiner sexuellen Einstellung gesiegt. Er hat gewonnen, weil sein Aufritt an diesem Abend der beste war. Und er hat nicht zuerst für Österreich gesiegt und nicht für die Schwulen- und Lesben-Bewegung, sondern für sich selbst. Das ist nicht verwerflich. Denn der ESC ist immer noch Showbusiness.

Wer deshalb glaubt, dass sich die homophobe Politik einiger Nationen durch diesen Sieg beim ESC ändert ist nur eines: naiv.

 
 

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