Schönreden von Schalke-Besuch bei Putin ist instinktlos

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: S04-Boss Clemens Tönnies (l.) und Russlands Staatspräsident Wladimir Putin nach dem Abschluss des Sponsorvertrags mit dem Staatskonzern Gazprom.
Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: S04-Boss Clemens Tönnies (l.) und Russlands Staatspräsident Wladimir Putin nach dem Abschluss des Sponsorvertrags mit dem Staatskonzern Gazprom.
Foto: AFP
Die Ankündigung von Schalke-Chef Tönnies die Einladung von Russlands Präsident Putin anzunehmen und mit der Mannschaft den Kreml zu besuchen, sorgt für viel Wirbel. Wie politisch wäre ein Besuch von Schalkes Profikickers in diesen Zeiten im Kreml? Ein Kommentar.

Geht’s noch? Weil Schalkes Profikicker „gerne einmal den Kreml sehen“ wollen, würden sie, so S04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, demnächst einer Einladung Wladimir Putins folgen. Also nichts weiter als eine Sightseeing-Tour nach Moskau? Wie naiv, um härtere Worte zu vermeiden, muss der auch in Russland geschäftlich stark engagierte Chef des größten deutschen Fleischkonzerns sein, wenn er das angesagte Treffen mit seinem „Freund“ Putin so rechtfertigt: „Die Politik ist nicht unser Spielfeld.“

Essen.. Schon mit dem Abschluss des Gazprom-Sponsorvertrags hatte sich Schalke auf dieses sensible Terrain begeben. Damals wie heute kann der Verein mit Recht auf die Kontakte deutscher Firmen und Politiker mit Russland verweisen. Ausgerechnet in diesen Tagen einen Besuch bei Putin schönzureden, ist jedoch mindestens instinktlos.

 
 

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