Salafisten sind nicht besser als Neonazis

Teilnehmer der Kundgebung "1. Islamischen Friedenskongress" der Salafisten versammeln sich (dapd)
Teilnehmer der Kundgebung "1. Islamischen Friedenskongress" der Salafisten versammeln sich (dapd)
Foto: dapd
Die vereitelten Mordanschläge von Salafisten auf Pro-NRW-Funktionären markieren eine neue Eskalationsstufe in einem schon länger andauernden Konflikt. Beide Seiten haben dabei eines gemeinsam: gnadenlose Intoleranz. Und die Salafisten sind keinen Deut besser als Neonazis. Ein Kommentar.

Essen.. Die Polizei hat allem Anschein nach Mordanschläge von Islamisten auf Funktionäre einer rechtsextremen Splitterpartei verhindert. Damit ist eine neue Eskalationsstufe erreicht in dieser schon länger schwelenden Auseinandersetzung. Auf der einen Seite diejenigen, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit gegen Freiheit und Demokratie hetzen; auf der anderen Seite diejenigen, die unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit den Islam in Gänze verteufeln und die Fanatiker absichtsvoll provozieren – jene rechten Eiferer, die sich jetzt innerlich feixend in der Opferrolle präsentieren.

Beiden Seiten ist ein Wesensmerkmal gemein: gnadenlose Intoleranz. Eine Intoleranz, die es billigend in Kauf nimmt, ja, es befördern will, dass ein Keil in das Miteinander der Religionen und Kulturen in Deutschland getrieben wird.

Salafisten – allzu oft gesellschaftliche Verlierer, wütende junge Männer – sind keinen Deut besser als Neonazis. Sie kämpfen für eine menschenfeindliche und freudlose Welt, in der archaische Gesetze gelten. Sie verachten den aufgeklärten Rechtsstaat, den die überwältigende Mehrheit der Muslime in Deutschland wertschätzt; sie möchten ihn abschaffen.

Muslimische Verbände müssen lauter gegen radikale Salafisten vorgehen

Diesen Leuten muss der Staat mit aller Härte Grenzen aufzeigen; Razzien und Vereinsverbote zeigen, dass die von ihnen ausgehende Gefahr mittlerweile ernst genommen wird. Abflauen wird diese Gefahr vorerst nicht, eher sogar zunehmen – irgendwann kommen kampfgestählte Dschihadisten aus den syrischen Bürgerkriegswirren nach Europa und nach Deutschland zurück.

Die Bekämpfung der religiösen Extremisten kann aber nicht allein Aufgabe des Staates sein. Die muslimischen Gemeinden sind gefordert. Sie müssen lauter und kraftvoller gegen die vorgehen, die den islamischen Glauben besudeln; sie müssen sich den Salafisten in den Weg stellen, so wie es die Zivilgesellschaft immer und immer wieder bei Nazis macht. Ein muslimischer Aufstand gegen die Fanatiker wäre ein gutes Gegenmittel gegen das Gift, das rechtsextreme Eiferer versprühen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zersetzen.

 
 

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