RWE-Geschäftsmodell auf links gedreht

Thomas Wels
Thomas Wels
Foto: WAZ FotoPool

Nun hat das Ruhrgebiet nach Thyssen-Krupp das zweite Dickschiff, das sich im Krisenmodus befindet. Die Stellenstreichungen beim Energieriesen RWE nehmen eine dramatische Größenordnung an. Und wieder sind es die Beschäftigten, die auch aufgrund einer verfehlten Strategie den Verlust ihres Arbeitsplatzes befürchten.

Während bei Thyssen-Krupp die Krise allein von der früheren Chefetage zu verantworten war, spielt bei RWE auch die Politik eine unrühmliche Rolle. Sicherlich hat das Management bei RWE und Eon zu spät auf die Energiewende reagiert. Die Dynamik aber, mit der die Erneuerbaren die Energiemärkte fluten, war nicht vorhersehbar. Die Bundesregierung reagiert viel zu spät auf die verfehlten Mechanismen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Deshalb dreht die Energiewende innerhalb von wenigen Jahren das Geschäftsmodell von RWE, das vor allem auf den milliardenteuren Großanlagen zur Energieerzeugung beruht, auf links.

RWE-Chef Terium reagiert nun mit ebenso drastischen Maßnahmen. Und er steht wegen der hohen Verschuldung mit dem Rücken an der Wand. Vermutlich sind die Sparprogramme erst der Anfang. Nicht ausgeschlossen, dass RWE in einigen Jahren nur noch halb so groß ist wie heute.

 
 

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