Rente als Spielball der Konjunktur

Der Entwurf von Arbeitsministerin Nahles sieht verbesserte Mütterrenten und die abschlagfreie Rente ab 63 für langjährig Versicherte vor.
Der Entwurf von Arbeitsministerin Nahles sieht verbesserte Mütterrenten und die abschlagfreie Rente ab 63 für langjährig Versicherte vor.
Foto: Jens Kalaene/Archiv

Müntefering hat alles gesagt: Die Rentenreform ist teuer und ungerecht. Sie kostet schon uns neun Milliarden im Jahr, unsere Kinder noch viel mehr. Und fast nichts von dem vielen Geld kommt da an, wo es hingehörte.

Schlecht bezahlten oder in Teilzeit tätigen Frauen droht in Deutschland Altersarmut. Sie werden weder früher in Rente gehen noch die Mütterrente spüren. Denn die wird verrechnet, wenn sie dereinst aufs Sozialamt müssen.

Das Geld gibt die Koalition Menschen, die lange gearbeitet, deshalb aber auch eine gute Rente zu erwarten haben. Und Müttern, die nicht zum Sozialamt müssen.

Bei allem Respekt vor deren Lebensleistung: Diese Milliarden fehlen im Kampf gegen Altersarmut. Gewerkschaften und Sozialverbände müssten protestieren statt Beifall zu klatschen.

Gerade den Müttern sei ja mehr Geld gegönnt – aber nicht aus Beiträgen. Wer ihnen mehr geben will, muss die Steuern erhöhen. Weil das aber tabu ist, greift die Koalition in die Rentenkasse und macht sie damit zum Spielball der Konjunktur.

Denn die angeblich bis 2019 stabilen Beiträge haben keine neue Krise vorgesehen. Kommt sie doch, fehlt das Geld für Mütterrente & Co. Was dann, liebe Hellseher in Berlin?

 
 

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