Rassismus im Alltag

Das Birlikte-Festival zeigt, dass man Rassismus nur gemeinsam beseitigen kann. Denn Ausgrenzung von Minderheiten beginnt nicht mit Gewalttaten.
Das Birlikte-Festival zeigt, dass man Rassismus nur gemeinsam beseitigen kann. Denn Ausgrenzung von Minderheiten beginnt nicht mit Gewalttaten.
Foto: Henning Kaiser/dpa
Den rechten Terror der NSU-Mörder sehen die allermeisten Deutschen mit Abscheu. Das ist gut so. Doch Rassismus und Ausgrenzung beginnen nicht mit Bomben und Morden. Feste wie in Köln verleihen Kraft. Kraft, die man dringend braucht, um auch gegen alltäglichen Rassismus einzuschreiten.

Die kraftvollen, friedlichen und auch anrührenden Bilder des Birlikte-Festivals in Köln zeigen: Deutschland ist nicht ausländerfeindlich. Gegen rechts, da stehen wir doch zusammen.

Wirklich? Wer hat denn vor zehn Jahren aufgeschrien, als in der Kölner Keupstraße die Nagelbombe hochging? Wer hat denn protestiert, als die Fahnder die zumeist türkischen Opfer als Täter verdächtigten? Diejenigen, die damals aufbegehrten, gehörten zu einer Minderheit, die denn auch sofort des Linksradikalismus’ oder des Gutmenschentums bezichtigt wurde.

Den rechten Terror der NSU-Mörder sehen die allermeisten Deutschen mit Abscheu. Das ist gut so. Doch Rassismus und Ausgrenzung beginnen nicht mit Bomben und Morden. Rassismus beginnt in Unternehmen, wo der Personalchef die Bewerbungen von Ali und Murat ungesehen in den Papierkorb wirft – und lieber die von Benjamin und Jonas prüft. Wo die Frau mit dem Kopftuch vom Nachbarn im Hausflur geschnitten wird. Wo Flüchtlinge in der Politik und am Stammtisch als Sozialtouristen tituliert werden.

Feste wie in Köln verleihen Kraft. Kraft, die man dringend braucht, um auch gegen diesen alltäglichen Rassismus einzuschreiten.

 
 

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