Prügelbilder passen nicht ins Konzept

Frank Preuß

Natürlich protestieren sie jetzt wieder, die Fernsehsender. So wie bei jeder Fußball-Europa- oder Weltmeisterschaft. Ein Ritual, mehr nicht. Denn dass die Uefa oder die Fifa ihnen nicht alle Bilder liefern, die sie gerne hätten, obwohl sie furchterregende Summen für die Übertragungsrechte hinblättern, das erleben sie in unschöner Regelmäßigkeit bei jedem Turnier.

Die beiden Fußballverbände folgen eigenen Regeln. Und die unterwerfen sich kommerziellen Prinzipien, nicht journalistischen. Uefa und Fifa wollen ein Hochglanz-Produkt vermarkten. Bilder von Prügelorgien auf den Rängen passen nicht dazu, also werden sie zumindest mit den eigenen Kameras nicht gezeigt.

Nun mag man der Argumentation ja folgen, den Krawallmachern keine Bühne bereiten zu wollen und die Sensationsgier der Voyeure nicht zu befriedigen. Zwischen verherrlichender Berichterstattung und gar keiner Berichterstattung gibt es aber genügend Abstufungen. Auf diesem schmalen Grat müssen sich im übrigen alle Medien tagtäglich verantwortungsbewusst bewegen.

Keine Bilder von Ausschreitungen anzubieten ist und bleibt eine skandalöse Bevormundung. Der Protest der Sender wird daran wohl nichts ändern. Die Uefa ist Herr im Haus.