Pegida pflegt den Opfermythos

Die Innenstadt von Dresden im Juni 1945.
Die Innenstadt von Dresden im Juni 1945.
Foto: getty
Der Jahrestag dient vielen Dresdenern dazu, die eigene Opferrolle im Krieg zu unterstreichen – und die Täterrolle zu relativieren. Und nach der Wende? Da blieben sächsische Regierungen auf dem rechten Auge schwach.

Es gibt eine unselige Verbindung zwischen den verheerenden Bombenangriffen auf Dresden und Pegida. Sie liegt in lückenhafter Aufarbeitung, mangelnder kritischer Distanz und einem einäugigen Blick auf die NS-Geschichte, kurz: in fehlender Vernunft. Der Jahrestag dient vielen Dresdenern dazu, die eigene Opferrolle im Krieg zu unterstreichen – und die Täterrolle zu relativieren. Und nach der Wende? Da blieben sächsische Regierungen auf dem rechten Auge schwach.

Auch die Pegida-Bürger stilisieren sich als Opfer. Opfer der Verhältnisse, der Politik, der Wende, der Zuwanderung, der Eliten. Sie können ja für alles nichts. Als unschuldiges Opfer der Katastrophe vom 13. Februar 1945 kann sich aber nur sehen, wer mit der Geschichte nichts zu tun haben will. Wer nicht verstehen will, dass der von Deutschland angezettelte Weltenbrand dafür die Ursache war. Man kann das auch Realitätsverweigerung nennen.

EURE FAVORITEN