NRW will Selbstständigkeit der Universitäten beschränken

Foto: dpa
NRW nimmt die Hochschulen ab dem Wintersemester 2014/15 wieder an die „kurze Leine“. Das rot-grüne Kabinett hat den Entwurf eines „Landeszukunftsgesetzes“ verabschiedet, der das Fächerangebot der Hochschulen regional steuern soll und die Selbstständigkeit der Hochschulen beschränkt.

Düsseldorf. NRW nimmt die Hochschulen ab dem Wintersemester 2014/15 wieder an die „kurze Leine“. Das rot-grüne Kabinett hat den Entwurf eines „Landeszukunftsgesetzes“ verabschiedet, der das Fächerangebot der Hochschulen regional steuern soll und die Selbstständigkeit der Hochschulen beschränkt. Gleichzeitig sieht der Entwurf die Festsetzung einer Frauenquote von 40 Prozent in Füh­­rungsgremien sowie die Einführung eines „echten“ Teilzeitstudiums vor.

Mit dem Teilzeitstudium betritt NRW Neuland. Es soll die gleichen Anforderungen wie ein Vollzeitstudium erfüllen, kann aber in der doppelten Regelstudienzeit absolviert werden. Zur besseren Vereinbarung mit Familie und Beruf sollen Lehrveranstaltungen und Labortermine in den Abendstunden und an Wochenenden stattfinden. Heute arbeiten 61 Prozent der Studenten neben dem Studium.

NRW will Standards und Lehrangebot der Hochschulen regeln

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) begründete die strategische Landesplanung damit, dass NRW einheitliche Standards, Fächervielfalt und das Angebot dualer Studiengänge landesweit regeln müsse. Angesichts der vier Milliarden Euro Hochschulförderung im Jahr verlangte Schulze mehr Transparenz der Hochschulen. Deshalb sollen alle Hochschulgremien künftig an wichtigen Entscheidungen wie der Wahl des Rektorats maßgeblich beteiligt sein. Mit der Festlegung einer Frauenquote will NRW den mit weniger als 20 Prozent geringen Anteil junger Forscherinnen, Professorinnen und weiblicher Führungskräfte in Hochschulen erhöhen. Die Ministerin erinnerte daran, dass jeder zweite Studienabsolvent weiblich ist.

Außerdem will die rot-grüne Koalition Rahmenbedingungen setzen, damit Studiengänge besser in der Regelzeit absolviert werden können. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Reduzierung der Stofffülle und Prüfungsdichte. Der Hochschulrat ist künftig für die Aufsicht über die Wirtschaftsführung verantwortlich.

CDU-Hochschulexperte Stefan Berger warf SPD und Grünen vor, die Hochschulfreiheit in NRW vollständig abzuschaffen. Der Referentenentwurf sei geprägt von „Regelungswut, Bürokratie und einem erheblichen Misstrauen gegenüber den Hochschulen“. FDP-Expertin Angela Freimuth sprach von der „Beerdigung der Hochschulfreiheit“.

 
 

EURE FAVORITEN