Neue Phase des globalen Terrors

Gibt es einen menschenverachtenderen Anschlagsort als einen Vergnügungspark? Gibt es ein zynischeres Exerzierfeld für Terroristen als einen Kinderspielplatz mit Schaukeln und Riesenrädern? Der Selbstmordattentäter aus der pakistanischen Metropole Lahore hat der Welt – wieder einmal – vor Augen geführt, wie brutal und pervers islamistische Gotteskrieger vorgehen.

Das Attentat von Lahore macht deutlich gemacht, dass die Welt wenige Tage nach dem Brüsseler Doppelanschlag in eine neue Phase des globalen Terrors eingetreten ist. Die Netzwerke von al-Qaida und dem „Islamischen Staat“ (IS) wollen den Westen auf unterschiedliche Weise in die Knie zwingen.

Das Netzwerk al-Qaida hatte nach dem Tod seines Gründers Osama bin Laden 2011 keine zentrale Führung mehr. Stattdessen übernahmen regionale Ableger das Kommando. Filialen wie al-Qaida im islamischen Maghreb verübten Anschläge gegen Ausländer, zuletzt in Mali, Burkina Faso, in der Elfenbeinküste oder in Kenia.

Im Gegensatz dazu verfolgt der IS eine globale Strategie. Die Dschihadisten haben aus ihrer Sicht ein staatliches Kerngebiet im Irak und in Syrien geschaffen. Dies begreifen sie als Einfallstor für die Errichtung eines weltweiten Kalifats auf der Basis der islamischen Scharia. Je mehr der IS in Syrien und im Irak militärisch unter Druck gerät, desto aggressiver wird er.

 
 

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