Moskau wird nicht einlenken

Mindestens 30 Tote gab es nach einem Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupol.
Mindestens 30 Tote gab es nach einem Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupol.
Foto: dpa

Je mehr die Kämpfe im Donbass einer Kette von Kriegsverbrechen gleichen, umso heftiger wird nach Motiven und Tätern gesucht. Dass immer mehr Zivilisten umkommen, deutet auf enorme Gewaltbereitschaft der ukrainischen wie der (pro-)russischen Krieger. Dass dabei die Separatisten, die sich immer als Beschützer der wehrlosen Bevölkerung präsentierten, besonders blutig hinlangen, mag Folge einer zufälligen Häufung militärischer Fehler sein. Dagegen allerdings spricht, dass die Führer der Separatisten immer lautstarker Großoffensiven ankündigen.

Die Russen haben im Sommer die Führung der Separatistenrepubliken umgekrempelt, Kommandeure wurden abgesetzt, ermordet oder verschwanden. Ihre Nachfolger gelten als stramm moskautreu. Das lässt vermuten, dass der Kreml selbst Urheber der Eskalation ist.

Was auch immer Wladimir Putin bezweckt – der Westen sollte sich an den Gedanken gewöhnen: Moskau betrachtet weder US-Sanktionen noch deutsche Kompromissangebote als Anlass, selbst einzulenken. Und der Kreml gedenkt, seine Ziele in der Ukraine weiter mit kriegerischen Mitteln zu erreichen.

 
 

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