Liebe Eltern, ihr seid zu ängstlich!

Frank Preuß
Ein Bild, das viele Eltern, Lehrer und Kinder kennen: Eltern bringen ihre Kinder im eigenen Auto bis vor den Schuleingang und verursachen so im Berufsverkehr einen Stau.
Ein Bild, das viele Eltern, Lehrer und Kinder kennen: Eltern bringen ihre Kinder im eigenen Auto bis vor den Schuleingang und verursachen so im Berufsverkehr einen Stau.
Foto: Jakob Studnar

Natürlich möchten Eltern ihre Kleinen vor den großen Gefahren der Welt am liebsten rund um die Uhr beschützen. Kann ihnen ja auch niemand verdenken. Aber mit Gluckentum machen sie vieles schlimmer statt besser.

Das morgendliche Rangieren von Autos vor Schulen nimmt mittlerweile groteske Züge an. Viele Kinder, die von ihren Eltern dort hinkutschiert werden, könnten locker auch mal zu Fuß gehen. Tut übrigens gar nicht weh und schult die Sinne für den Verkehr. Kann lebenswichtig sein, das zu lernen. Trauen Sie Ihren Kindern denn gar nichts mehr zu? Dürfen sie nicht mehr ihre eigenen Erfahrungen machen?

Die Ängstlichkeit von Eltern insgesamt hat spürbar zugenommen. Sind die Herausforderungen, sich ins Leben zu finden, sich darin zu bewegen ohne dabei größeren Schaden zu nehmen, tatsächlich so viel größer geworden? Glaube ich einfach nicht, wenn ich an meine eigene Schulzeit in den Siebzigern zurückdenke.