Lehre ziehen

Gefangener in Guantanamo. Der CIA-Bericht zeigt: In dem umstrittenen Gefängnis wurde brutaler gefoltert als angenommen.
Gefangener in Guantanamo. Der CIA-Bericht zeigt: In dem umstrittenen Gefängnis wurde brutaler gefoltert als angenommen.
Foto: dpa
Das Auftreten der USA in den Anfangsjahren des Anti-Terror-Krieges war wie eine Frischzellenkur für den globalen Dschihadismus. Es hat die Feinde Amerikas zusammengeschweißt, die Kriege in Afghanistan wie im Irak verlängert und Tausende Menschenleben gefordert

Auch wenn der Bericht zu den Auswüchsen des US-Geheimdienstes CIA nur einen Bruchteil dessen widerspiegelt, was nach 9/11 geschah, ist nun eines klar: Die grausame Behandlung von Terrorverdächtigen war nicht nur töricht und verwerflich. Sondern im Sinne der Gefahrenabwehr auch wertlos. Wer Menschen an den Nahtod bringt, kriegt irgendein Geständnis – aber nicht die Wahrheit.

Von Präsident Bush bis zum Chef-Ermittler in den Geheim-Gefängnissen der CIA mussten alle wissen, dass Folter-Verhöre nicht akzeptabel waren. Dass sie alle Bedenken über Bord warfen und Menschen psychisch brachen, kostet die Vereinigten Staaten bis heute einen hohen Preis. Das Auftreten der USA in den Anfangsjahren des Anti-Terror-Krieges war wie eine Frischzellenkur für den globalen Dschihadismus. Es hat die Feinde Amerikas zusammengeschweißt, die Kriege in Afghanistan wie im Irak verlängert und Tausende Menschenleben gefordert.

Daraus gibt es nur eine Lehre: Nie wieder!

 
 

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