Leben mit der Terrorgefahr

Die Attentäter von Brüssel agierten kaltblütig und erbarmungslos – wie so viele vor ihnen. Voller Hass und ohne Rücksicht auf unschuldige Menschen, auf Alter, Geschlecht, Herkunft oder Glauben. Sie wollen töten. Sie wollen Unruhe schaffen, wollen verunsichern, den freien Westen destabilisieren. Die islamistischen Täter sind fanatisch, radikalisiert und gut organisiert. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Paris-Attentäters Abdeslam am Freitag folgte der Vergeltungsschlag offenbar viel schneller, als es die Sicherheitsbehörden vermutet hatten. Das spricht nicht für sie.

Richtig ist, dass sich diese Attentate auf so genannte weiche Ziele kaum verhindern lassen. Wer will Selbstmord-Attentäter in Menschenmassen rechtzeitig identifizieren? Richtig ist aber auch, dass die gemeinsame Terrorabwehr in Europa noch immer nicht gut genug ist. Immer wieder fordern Sicherheitsexperten eine bessere Zusammenarbeit, einen besseren Datenaustausch, vor allem eine internationale Datei möglicher Attentäter. Dies würde die Anschlagsgefahr zumindest reduzieren. Gleichwohl bleibt sie akut. Der Terror wird die Demokratien nicht in ihren Grundfesten gefährden. Doch die westlichen Gesellschaften müssen lernen, mit der Gefahr zu leben, ohne dass sie unser Handeln dominiert. Denn dann hätte der Terror gewonnen.

 
 

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