Krise ohne Manager

So also wollen Union und SPD die kommenden Wahlen gewinnen: Da fordert Sigmar Gabriel erst ein „Sozialpaket“ für Deutsche, damit die sich gegenüber den Flüchtlingen nicht benachteiligt fühlen. Keine 24 Stunden später will er ein „Integrationspaket“ für Flüchtlinge. Und die Union reagiert mit Beschimpfungen wie auf dem Bolzplatz, sie findet die Vorschläge „erbarmungswürdig“ und eine „Schnapsidee“.

Alle mal die Luft anhalten, bitte! Und kurz zurückdenken an die Finanzkrise vor acht Jahren. Damals zeigte die Regierung, wie Krisenmanagement geht. Heute ist von diesen Fähigkeiten nichts mehr zu sehen. Die Koalitionspartner blockieren sich, lassen sich von Angst leiten – vor schlechten Wahlergebnissen, noch mehr Fremdenhass und dem Erstarken rechter Parteien. Wer vertraut solchen Krisenmanagern?

Sicher, die Flüchtlingskrise ist anders. Es geht nicht um abstrakte Bankenmilliarden. Es sind reale Menschen, die zu uns kommen. Und die Fluchtursachen lassen sich nicht beseitigen wie eine insolvente Bank. Eines aber gilt auch hier: Lösungsvorschläge müssen glaubwürdig und schlüssig sein. Und wenn es keine raschen Erfolge gibt, dann müssen die Bürger zumindest den Weg zur Lösung erkennen können.

Richtig ist, dass Integration Geld kostet. Allerdings: Deutschland geht es derzeit so gut wie lange nicht. Wir können uns die Integration der Flüchtlinge leisten. Jetzt muss nur das Krisenmanagement stimmen.

 
 

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