Konkurrenzkampf ohne Fairness

Frank Meßing
Frank Meßing WAZ
Frank Meßing WAZ

Seit der Schlecker-Pleite vor gut vier Jahren ist dm zur größten Drogeriemarktkette in Deutschland aufgestiegen. Das Unternehmen investiert und expandiert massiv. Doch der Konkurrenzdruck in der Branche wird immer größer: Discounter wie Aldi bauen ihr Drogerie-Sortiment aus, haben zuletzt auch den Verkaufshit Nivea ins Programm aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Drogerieartikel werden immer noch im Lebensmittelhandel verkauft.

Für die großen Anbieter wie dm, Rossmann und Müller wird die Luft dünner. Die Margen schmelzen. Um sich zu behaupten, fährt dm jetzt die Ellbogen aus. Zuerst akzeptierten die Filialen Rabattgutscheine von Rossmann. Jetzt räumen die dm-Mitarbeiter auf Geheiß der Geschäftsleitung dem Rivalen auch noch die Regale mit den Sonderangeboten leer, die es bei dm traditionell nicht gibt.

Mit diesem Gebaren erreicht der Konkurrenzkampf ein Niveau, das an die Grenzen der Fairness stößt und am Image von dm kratzt. Unternehmensgründer Götz Werner hat die Kette nach anthroposophischen Maßstäben wie Persönlichkeitsentwicklung, Vertrauen und Kreativität ausgerichtet. Den Konkurrenten Aktionsware wegzuschnappen, passt nicht so recht in diese Philosophie.