Kommentar zum Piraten-Parteitag - Es fehlt die Substanz

Die Piraten sind abgestürzt, der Parteitag soll die Wende bringen: Neues Personal, mehr Themen, endlich echte Online-Mitbestimmung.
Die Piraten sind abgestürzt, der Parteitag soll die Wende bringen: Neues Personal, mehr Themen, endlich echte Online-Mitbestimmung.
Foto: dpa
Es ist gerade mal ein Jahr her, da zogen die Piraten mit acht Prozent der Stimmen in den NRW-Landtag ein. Ein Erfolg bei der nächsten Bundestagswahl schien damals so selbstverständlich wie heute unrealistisch. Das lässt vermuten, dass in der Zwischenzeit etwas Dramatisches geschehen ist. Aber dem ist nicht so. Und genau darin besteht das größte Problem der Netzpartei.

Ständige stillose und persönliche Streitereien wirken abschreckend. Und mit der AfD steht eine neue, wenn auch ganz anders geartete Protestpartei bereit. Doch entscheidender ist die fehlende Entwicklung. Unprofessionalität hat nur eine Zeit lang Charme. Transparenz, Internet und Datenschutz sind als allein geistige Grundlage zu dürftig. Zwar gibt es inzwischen auch Positionierungen auf anderen Feldern, aber die wirken flach und beliebig, mainstreamig linksliberal. Und des Themas Bürgerbeteiligung haben sich die anderen Parteien nach dem Piraten-Schock auch angenommen.

Die Grünen haben nicht gelitten, als die Konkurrenz die Umwelt entdeckte. Weil sie ökologische Grundsätze auf weitere Politikbereiche anwandten. Und weil sie die Chance hatten, langsam zu wachsen. Die Piraten dagegen wurden medial in die Höhe geblasen, bevor sie das Fliegen lernen konnten. Deshalb wird auch der derzeitige Parteitag den Absturz nicht verhindern können.

 
 

EURE FAVORITEN