Kein Schlussstrich

Liberale werden ihr Personalproblem nicht los

Vertagt – aber nicht gelöst. Die Liberalen werden ihr Personalproblem nicht los, da kann die Führungsriege noch so oft einen imaginären Schlussstrich unter die Debatte ziehen. Ausgerechnet Brüderle und Rösler wollen nun als Team (!) an der Spitze der Partei agieren. Brüderle, der noch zwei Tage vor der Niedersachsen-Wahl den Parteichef beschädigte. Der seit Jahren mehr oder weniger öffentlich erklärt, dass nur er selbst die Partei wieder auf Erfolgskurs bringen kann. Der dauernd wiederholt, die „Boygroup“ Rösler, Bahr, Lindner sei inkompetent.

Röslers Schachzug, Brüderle ein vergiftetes Angebot zu machen und damit gleichzeitig dessen Machtstreben zu ersticken, erscheint nur auf den ersten Blick genial. Denn die FDP hat ja nicht nur ein Problem mit Köpfen, sondern auch mit Inhalten. Zu diffus ist das politische Profil der Liberalen. Das belegt auch die gewaltige Zahl der Leihstimmen in Niedersachsen. Bis zur Bundestagswahl muss die FDP mehr bieten – aus eigener Kraft.

Eindeutiger Verlierer der Ränkespiele ist Dirk Niebel. Der Entwicklungsminister führte die Anti-Rösler-Alli­anz an und steht angesichts der Zehn-Prozent-Euphorie ziemlich belämmert da. Niebel muss nun wohl öfter einfach mal den Mund halten. Keine schlechte Nachricht.

 
 

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