Karstadt und die Milliardäre

Der österreichische Immobilien-Investor René Benko steht angeblich vor der Übernahme der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt.
Der österreichische Immobilien-Investor René Benko steht angeblich vor der Übernahme der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt.
Foto: Michael May

Man will einfach nicht in der Haut der 17 000 Karstadt-Mitarbeiter stecken. Seit Jahren verzichten sie auf Gehalt und kämpfen um ihre Existenz. Doch die schillernden Figuren wie Ex-Manager Thomas Middelhoff oder Eigentümer Nicolas Berggruen gingen alles andere als pfleglich mit diesem Essener Traditionskonzern um. Jetzt muss die Belegschaft erleben, wie der eine Milliardär den anderen um Hilfe bittet. Das ist der Stoff, aus dem Wirtschaftskrimis sind.

In Essen geht es aber nicht um das Drehbuch für einen Film, sondern um das nackte Überleben eines Handelskonzerns. An ihm hängt das Schicksal Tausender Mitarbeiter-Familien. Karstadt ist auch für viele Innenstädte und Einkaufszentren ein wichtiger Ankerpunkt.

Was dem 2009 als Heilsbringer gefeierten Berggruen nicht gelang, soll nun also Benko schaffen: Karstadt eine Zukunft zu geben. Ohne Investitionen wird ihm das nicht gelingen. Die Kette braucht aber nicht nur Geld. Sie braucht Ruhe, Kontinuität und ein Konzept, auf das sich die Kunden einstellen können. Am Ende entscheiden sie, ob Karstadt eine Überlebenschance hat.

 
 

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