Kampf der Pfleger gegen die Uhren

Beeindruckend war dieser Protestmarsch von Pflegerinnen und Pflegern im Herzen des Ruhrgebiets: laut, bunt und – wie es hier so Sitte ist – erfrischend kernig.
Beeindruckend war dieser Protestmarsch von Pflegerinnen und Pflegern im Herzen des Ruhrgebiets: laut, bunt und – wie es hier so Sitte ist – erfrischend kernig.
Foto: Matthias Graben
Für jene, die im Akkord Alte und Gebrechliche waschen, kleiden und mit Medizin versorgen, ist die Situation schwierig. Menschlichkeit geht nicht im Minutentakt. Wer so arbeiten muss, der verzweifelt, brennt aus.

Beeindruckend war dieser Protestmarsch von Pflegerinnen und Pflegern im Herzen des Ruhrgebiets: laut, bunt und – wie es hier so Sitte ist – erfrischend kernig. Am Thema Pflege führte gestern in der Essener City jedenfalls kein Weg vorbei. Die Demonstranten kamen indes auch aus Bochum, Duisburg, Mülheim oder Lüdenscheid.

Sind allein die Krankenkassen schuld? Das Problem ist zu vielschichtig, um nur einem Akteur die Schuld zuzuweisen. Immerhin geben die Kassen das Geld der Versicherten aus. Wir alle müssen uns daran gewöhnen, dass Pflege noch erheblich teurer werden wird. Und dabei nicht unbedingt besser. Unter diesen Vorzeichen wird Pflege immer mehr zur – Familiensache.

Für jene, die im Akkord Alte und Gebrechliche waschen, kleiden und mit Medizin versorgen, ist die Situation heute schon schwierig. Menschlichkeit geht nicht im Minutentakt. Wer so arbeiten muss, der verzweifelt, brennt aus, wirft vielleicht die Brocken hin. Miserabel ist die Lage bei den ambulanten Diensten, aber auch in Heimen. Inzwischen werden die ersten Pfleger in China angeworben. Hier sagen zu viele: „Den Job tu ich mir nicht an.“

 
 

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